Moin aus Hamburg liebe Forenkollegen,
zunächst einmal Allen Frohe Ostern und möglichst viel Gesundheit.
Mit der Gesundheit meiner SP-2 sieht es derzeit nicht so gut aus. Nach Getriebeproblemen letztes Jahr in Most habe ich sie erstmal im Keller verschwinden lassen und den Rest der Rennstreckensaison mit der SV650 bestritten.
Nach dem Jahreswechsel habe ich dann mit der schrittweisen Zerlegung der SP-2 begonnen und nun ist sie bis auf wenige Baugruppen komplett in Einzelteile zerlegt.
Dabei sind Schadenbilder zu Tage gekommen, deren Relevanz ich nicht zu beurteilen vermag. Mein ortsansässiger Fachmann, der mir ursprünglich bei der Beurteilung helfen wollte, fällt derzeit leider aus.
Ich bin unschlüssig, ob ich mit viel Geldeinsatz sanieren und auf der Renne weiterfahren möchte oder lieber den Bausatz mit entsprechedem Wertabschlag an jemanden verkaufe, der jetzt die Möglichkeit hat alle Verschleißteile in Augenschein zu nehmen und dann mit mehr Know-How als ich es habe das Gerät wieder aufbaut.
VenTuRi Interesse?? Ich bewundere Deine Akribie bei der Restaurierung.
Zu den Problemen: Die SP-2 ist vom Vorbesitzer mit einem Quickshifter ausgestattet worden, auch er hatte den Motor schon offen wegen Getriebeproblemen 4.Gang. Gekauft habe ich die SP-2 mit leichtgängigem Getriebe, die Vorreparatur scheint fachmännisch und erfolgreich durchgeführt worden zu sein.
Anfang letzten Jahr ließ sich die SP-2 während des Turns plötzlich mit Quickshifter schlecht vom 3. in den 4.Gang hochschalten, mit Kupplung ging noch. Im nächsten Turn war auch das Schalten mit Kupplung schlecht, nicht bei jedem Schaltvorgang, aber zunehmend schlechter. Ich habe mich dann entschlossen an der restlichen Veranstaltung nur noch als Zuschauer teilzunehmen. Die SP-2 wurde bis Ende Januar eingekellert, wegen diverser anderer Zeitfresser bin erst Ende Januar zur Schadenssuche gekommen.
1.Problem, Getriebe: Die mittlere Schaltgabel hat deutliche thermische Verfärbungen und "Einlaufspuren". An der Schaltgabel hat sich ein Grat vom Einlaufen gebildet. An der Eingriffstelle am entsprecheden Zahnradpaar kann ich keine Spuren entdecken. Dafür sehen die äußeren Schaltgabeln unauffällig aus und die entsprecheden Eingriffstellen sind dunkel verfärbt. Normal ? thermische Überlastung?
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Hier der Eingriff in das mittelere Zahnradpaar:
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Da sehe ich nur in der Breite der Ölbohrung zwei nicht tastbare Streifen. Helle Färbung wie umliegendes Material, ergo normal oder??
Die äußeren Schalgabeln habe ich nicht fotografiert, da für mich unauffällig. Anders die Stellen wo die Schaltgabeln in die Zahnradpaare eingreifen:
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Hier sind die Kontaktflächen dunkel ?verfärbt? oder normal ?? Keine tastbaren Unebenheiten.
2. Kurbelwelle: Lagerschalen haben Verschleißerscheinungen, da man die aber noch neu kaufen kann, mache ich mir darüber keine Sorgen. Hier stellt sich mir nur die Frage, warum es bei Honda Parts Europe zwei unterschiedliche Lagerschalensätze gibt, der eine Lager A mit dem Zusatz blau(verfügbar), der andere Lager B schwarz(Verfügbarkeit?) Sind die beiden Seiten tatsächlich unterschiedlich?? Übermaß- und Standardvariante??
Schlimmer ist für mich, daß eins der Kurbelwellenlager mit dem Fingernagel tastbare Riefen aufweist. Die Pleuellager habe ich noch nicht geöffnet, unterbewusst will ich vieleicht gar nicht sehen, was ich sehen müsste/sollte. Sind die Gleitlagerflächen reparabel und zu welchen ca. Kosten?? Passen gebrauchte SP-1 Kurbelwellen auch, wenn Sie abweichende Ersatzteilnummern haben?? Für SP-2 #13310-MCF-030 und für SP-1 #13310-MCF-000
Hier Bilder:20230315_105742.jpg
Wie gesagt, die Riefen sind mit dem Fingernagel tastbar20230315_105824.jpg
Sind die thermischen Verfärbungen am dem Zahnkranz im Bereich der Sicherungsmutter normal oder bedenklich?
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3.Problem: Laufspuren an den Zylinderwänden, die Riefen sind mit Fingernagel zum Teil tastbar. Da ich die Kolben noch nicht gezogen habe, weiß ich nicht, wie die Kolben und die Kolbenringe aussehen.
Da ich den Motor wegen Getriebeproblemen geöffnet habe, hielt ich eine Kompressionsmessung vorab nicht für notwendig. Jetzt bin ich schlauer, hoffe aber diese Erkenntnis nicht nochmal anwenden zu müssen.
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Der andere Zylinder:20230407_104458.jpg
Damit aber noch nicht genug, ob das fehlende Teil an der Nockenwelle der Auslöser für alles war, wer weiß??
4.Problem die Nockenwelle Einlass vorderer Zylinder, Ausbruch an Lauffläche, dazu gehörige Ventiltasse unauffällig:20230407_105439.jpg
Im Öl oder der Ablasschraube habe ich nichts für mich auffälliges gesehen. Weder größere Bruchstücke, noch Metallflitter.
In meiner Vorstellung sind aber entsprechend kleine Späne mehrfach durch den Ölkreislauf durchgepumpt worden und haben die Schäden an den Lagerstellen hervorgerufen.
Was würdet Ihr tun?
1. mir den Bausatz zu einem für beide Seiten sinnvollen Preis abkaufen? Dazu müsste ich noch erwähnen, dass ich nur eine Rennverkleidung habe, keine Originale. Ich habe auch keine Beleuchtungsanlage, die Bremspumpe wurde durch Galespeed ersetzt. Die Airbox wurde durch den Durban-Umbau ersetzt und für die Kühler habe ich Airscoops.
2.Variante Komplettsanierung? mit ungefähr welchen Kosten für gebrauchte Kurbelwelle, Nockenwelle, Getriebe, Zylinderhonen oder aufbohren, dann Übermaßkolben. Die Dichtungen/O-Ringe und andere zu ersetzende Teile wie Sicherungsmuttern,etc. habe ich bereits original verpackt bei mir.
3.Die Auffälligkeiten an den Lagerstellen und Zylindern für die nächsten 5000km auf der Rennstrecke als irrelevant einstufen. Das Getriebe gangbar machen und die restlichen ca. fünf Jahre auf der Rennstrecke Spass haben, bevor ich aus Altersgründen mit dem Rennstrecken-Training aufhöre. Dann das rolling Chasis mit defektem Motor verkaufen.
Wie hoch ist das Risiko bei Variante 3, dass der Motor durch fressende Lager plötzlich festgeht, ohne dass es sich vorher ankündigt. Sprich Sturzrisiko durch blockierendes Hinterrad??
Danke an alle Technikspezies, die sich bis hierhin durch den Text gearbeitet haben.


Ich freue mich auf konstruktive Beiträge.