Kein Druckpunkt auf der Hinterbremse nach Revision

  • Hallo Leute,

    ich habe im Winter den hinteren Bremssattel meiner F komplett zerlegt, gereinigt und überholt. (Nebst dem gesamten Hinterbau :D)

    Neue Dichtungen, neue Blechfeder unter den Belägen und neues Entlüftungsventil und alles korrekt gefettet. (Jetzt "schwimmt" er wieder)

    Eine Spiegler Stahlflexleitung inklusive hydraulischem Bremslichtschalter habe ich mir auch gegönnt.

    Den Hauptbremszylinder habe ich nicht zerlegt.

    Leider bekomme ich nach dem Zusammenbauen keinen vernünftigen Druckpunkt beim Entlüften.

    Der Bremshebel lässt sich zwar schwer runterdrücken, der Bremskolben bewegt sich und drückt die Beläge gegen die Scheibe aber eben nicht mit genug Druck.

    Mit etwas Kraft kann ich den Bremshebel bis zum Anschlag durchdrücken.

    Es ist nicht die erste Bremse die ich entlüfte und ich hab mir jetzt auch noch ein Stahlbusventil gekauft, weil ich dachte, ich bin zu blöd dazu aber es hilft alles nix.

    Kann es sein, dass irgendwo im System eine große Luftblase "festhängt" und was würdet Ihr mir empfehlen? Ich habe sicher schon einen Viertelliter DOT4 durch das System gepumpt.

    Danke und lg

    Matthias

  • MatthiasW

    Hat den Titel des Themas von „Kein Druck Punkt auf der Hinterbremse nach Revision“ zu „Kein Druckpunkt auf der Hinterbremse nach Revision“ geändert.
  • Prüfe mal, ob der Hebel wieder vollständig in die Ausgangsposition zurück kommt.

    Wenn das nicht der Fall ist, gibt der Kolben im Zylinder die Nachlaufbohrung nicht frei und Du kannst Dich wund entlüften.


    Ansonsten mal den Sattel mit nem Draht hoch hängen und eine Holzleiste o.ä. als Ersatz für die Bremsscheibe dazwischen klemmen.

    Oder Du hast 2 Tage Zeit und legst den Sattel nach unten, dann halt warten und ab und an mal kurz den Bremshebel "kitzeln" und die Leitung leicht, z.B. mit nem Schraubendreher, von unten nach abklopfen, die Luft sollte dann über den Geberzylinder entweichen.


    Poste bitte auch mal ein Bild von der Verlegung der neuen Leitung.

  • Hallo GuyIncognito,


    danke für den Tipp. Am Hebel dürfte es nicht liegen, da ich ja Bremsflüssigkeit durchs System pumpen kann oder habe ich da einen Denkfehler?

    Hier Fotos von der Stahlflexleitung, ich denke, ich habe die Leitung exakt so verlegt, wie die Originale montiert war.

    IMG_9411.jpgIMG_9414.jpg

  • Hm, mal Sattel schön weit nach oben wie beschrieben und dann die übliche Pumperei durchführen. Den Hebel ruhig so weit es geht runter drücken dabei damit etwas Volumen bewegt wird! Und nicht einschlafen dabei.

    Sattel nach unten wird hier nichts, dafür müsste auch die Pumpe auf den Kopf gedreht werden. Hatte das vorhin nicht mehr "vor Augen".


    Diesem hydraulischen Schalter traue ich im Übrigen auch nicht so recht. Vielleicht versteckt sich ja da oben eine kleine Blase.

  • Ich werde das mit dem Hochhängen mal probieren.

    Von dem Schalter habe ich beste Referenzen und der ist aktuell das einzige was an der Hinterbremse funktioniert. ;-)


    Danke Dir!

  • wenn da Luft in der Leitung sein sollte,

    kann die m.E. nur in der Stahlflex direkt hinter dem Geberzylinder sitzen....<X

    bau den Geberzylinder ab und halte ihn so, daß durchgehend Gefälle von

    dessen Nachlaufbohrung bis zur Entlüfterschraube des Bremssattels ist.

    mit dem Stahlbus hast du ja beide Hände frei


    -- dann hast du ruckzuck entlüftet :saint:

  • ich nehme immer so eine billige Unterdruck-Entlüftungshilfe (diesen Ziehharmonika-Behälter) von Polo.

    Habe vorgestern an meiner auch hinten Stahlflex verbaut, hat funktioniert.

    Grüße, Dirk

    Honda VTR1000 SP1 ´01

    KTM 950SM(R) ´06

    Suzuki GSX1400 ´05

  • ...bei meiner SP1 habe ich auch den BL-Schalter, funktioniert top und kam vom Danner. Auch bei mir verläuft die Leitung (vom Danner) so. Entlüften war kein Problem.


    Aber beim Gespann gab es öfters Ärger, wenn der Bogen erst so nach oben läuft. Der Tip, das abzubauen und ein Gefälle zu schaffen, kam ja schon. Weil mich das mit dem Entlüften, u.a. beim Gespann, genervt hatte, habe ich mir vor Jahrem vom Danner so ein Unterdruckentlüftungsgerät geholt. Kostete ca. 50 Euro, gibt es heute auch günstiger.


    Seitdem kenne ich Entlüftungsprobleme nicht mehr. Aber das Teil braucht nen Kompressor. Wenn der also da ist und man sich Nerven sparen will...




    fr

  • So was z.B. für knapp 20 Euronen:Klick


    Gibt es auch von anderen Herstellern wie z.B. Hazet. Wenn Du nach "bremsenentlüftungsgerät" im Netz suchst, findest Du so einiges, auch das von Hazet. Es wird gerne mit zwei Flaschen verkauft, die man aber nicht braucht. Eine Flasche ist dazu da, um frische Bremsflüssigkeit in den Behälter zu kippen. Ich mach das seit Jahren direkt aus den Dosen. Das andere ist dazu dazu, um alte Bremsflüssigkeit aufzusammeln. Dazu nehme ich nen alten Kanister...


    Damit wird über Unterdruck die Bremse (oder Kupplung) von unten entlüftet. Ich bin seit Jahren begeistert von dem Teil.




    fr

  • Update ... hatte den Bremssattel heute herunten und möglichst weit nach oben gehängt.

    Zwischen die Bremsbeläge habe ich ein Stück Holz geklemmt, das genauso dick war, wie die Bremsscheibe.

    Entlüftet und Druckpunkt sofort da.

    Danach habe ich den Sattel wieder montiert und wenn er "schwimmt" dann kommt der Kolben ja wieder ein Stück weiter heraus und der Druckpunkt war wieder schwammig.

    Ich scheiß jetzt drauf und lass das den Mechaniker meines Vertrauens machen.

  • Du weißt aber schon, dass Du nach der Montage ein paarmal pumpen musst, bis der Druckpunkt "da ist"?


    Wenn der in eingebautem Zustand trotzdem ausbleibt, sind entweder die Führungen fest, oder Du hast die Beläge falsch montiert.

    Der vordere Zapfen muss in eine Aussparung, was nicht so 100 einfach ist.

  • ich hab den Bremssattel und die Führungen überarbeitet, weil er eben nicht mehr beweglich war.

    Die Stifte sind neu, die Tüllen mit Silikonfett gefüllt und er kann schön „schwimmen.

    Pumpen ist mir klar, bin gestern 30 km Gefahren und hab immer wieder gepumpt. Man spürt zwar, dass der Kolben die Beläge zusammendrückt aber von einer Bremswirkung kann man nicht sprechen.

    Welchen Zapfen und welche Aussparung meinst Du?

    Die Beläge liegen korrekt im Sattel und die Feder im Sattel ist auch neu und korrekt eingebaut.

    Dann gibts noch die Halteklammer aus Blech auf denen die „Nasen“ der Beläge aufliegen müssen.

    Das sieht auch gut aus. Ich werd mal sehen, ob ich davon Fotos machen kann.

  • Unser Forum ist ja echt klasse. Auf den Schlag wäre ich nicht gekommen. Aber genau das war mal nem Holländer passiert, der als Urlaubsgast fern der Heimat bei meinem Bruder in die Werkstatt kam. Nach vergessen des Bremsscheibenschlosses und Anfahren mit dem Teil, hatte die Scheibe vorne nen Schlag. Resultat war genau das...



    fr

  • Hier noch ein Bild von den "Nasen" der Beläge in der Halteklammer.

    Außen sieht ok aus; Die innere Seite ist auch drin?


    Ansonsten ist eine verzogene Scheibe (z. B. Tellerförmig) auch gut möglich.

    Leg mal etwas gerades drüber (Haarlineal, Winkel, Stahllineal,...) , dann sieht man das oft schon

  • Hm ... eine verzogene Bremsscheibe würde ich fast ausschließen, da die Bremse vorher ja wunderbar funktioniert hat aber schön langsam halte ich fast alles für möglich.

    Wie auch immer, ich fahre die Mühle morgen zur Werkstatt meines Vertrauens, weil eh auch das Pickerl (HU in Österreich) fällig ist und die sollen sich das ansehen.

    Ich hab keinen Boch mehr oder bin einfach zu blöd ... ;-)


    Trotzdem danke an alle die mir geholfen haben, das Forum ist echt klasse!