Meine Tour de France 2019

  • Liebe Leuts,


    zwar hat es etwas gedauert , gerne möchte ich Euch aber von meiner persönlichen Tour de France 2019 nun häppchenweise berichten. In der Zeit vom 30.6. bis zum 12.7 sind wir ( Meine bessere Hälfte, ich und die treue Suzeguzze VX 800 ) gut 4000 Km durch Frankreich gefahren.


    Los gings in Schwäbisch Gmünd, in Andorra war der heimatfernste Punkt erreicht. Schee wars, alles gutgegangen, Suze hat uns wieder nach Hause gebracht wie immer.......allerdings gerade eben noch......mehr dazu am Schluß.


    Vorgeschichte :


    Ich hab nen Kumpel, der heißt Thilo. Unsere Mütter lagen geburtstechnisch von uns beiden bedingt im gleichen Krankenhaus, dort im gleichen Zimmer und Thilo und ich wurden am gleichen Tag, nämlich am 3.7.1959 geboren. Erfahren haben wir das 15 Jahre später, als wir uns durchs Mofafahren kennen lernten......die Freundschaft hielt.....nachm Mofa 50iger, dann Motorrad......wir fahren beide noch Motorrad, ich mehr :P, der Thilo weniger.....egal.


    Damals, irgendwann schon in den 70igern entstand die Idee, dass wir zu unserem 60iger mit 2 Harleys nach Frankreich zur Dune du Pilat am Bassin d`Arcachon fahren und dort mit genügend Rotwein den Sonnenuntergang ansehen wollen.


    Es gelang fast, die Harley von mir war ne VX 800, die Harley vom Thilo ein Smart und getroffen haben wir uns tatsächlich da unten, wenn auch erst am 4.7. ;)^^.


    So, dies zur Einstimmung.


    Zur Reise selbst :


    Wir haben meist günstig übernachtet , Ibis Budget und vergleichbar, einmal am 3.7. etwas teurer, ebenso in den Pyrenäen, einmal sogar in nem Schloß und 2 Nächte waren wir bei Freunden, die sich in der Nähe von Soulac sur Mer am Atlantik was fürs Alter besorgt haben.......


    Es war die meiste Zeit sehr heiß, wir sind hier schon bei großer Hitze losgefahren ( Regelmäßig 30 plus ).


    Am 30.6 ging los, erstmal durch Schwarzwald und Vogesen nach Epinal, schöne Strecke :thumbup:. Bilder von einer kurzen Rast :


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    Wie schon gesagt, es war heiss........

  • Von Bourges aus fuhren wir dann weiter nach Poitiers, dort wollten wir die Nacht vom 2.auf den 3.7. verbringen. Man fährt wahrlich durch weites Land und viele schöne Gegenden.........es fällt immer wieder auf, daß Freinkreich einfach nicht so dicht besiedelt ist wie Deutschland. Vor Poitiers gings viele Kilometer immer gerade aus, bergauf und bergab.


    Da mußte gar nicht in die USA, Highways gibt's in Europa auch......;)8).#


    Wieder paar Bilder :


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  • So, nun war ich 60......8|8|.........nach einem guten Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Dune du Pilat. Wir fuhren zunächst nach Royan, setzten dort mit der Fähre über die Gironde nach Le Verdon und fuhren dann an Bordeaux vorbei nach Süden zur Düne. Man kommt an einigen Seen vorbei im Medoc, immer wieder gibt es Stichstraßen durch den Küstenwald zur Atlantikküste. Es lohnt sich da mal nen Umweg zu machen um direkt Seeluft zu schnuppern..........weite Sandstrände wohin das Auge blickt.........


    In der Nähe von Arcachon wurde der Verkehr immer dichter, ganz schön was los dort so tourimäßig. Nachdem wir unser Quartier ( diesmal eine kleine Ferienwohnung ) bezogen hatten gings zur Düne, aber seht selbst :


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    Wie Ihr seht hat das mit dem Rotwein auf der Düne durchaus geklappt...........:P:)^^8)..........heiß wars immer noch....... tropische Nächte en masse......

  • Nun, damit war das erste Ziel geschafft .......Rotwein auf der Pilat.........am Tag darauf ging es zunächst wieder nach Norden, in die Nähe von Soulac sur Mer im Medoc. Wein über Wein........dort kannst drin baden......#


    Wir haben 2 alte Freunde, Manu und Dieter, die sich dort ein Feriendomizil beschafft haben, welches langsam zum Altersruhesitz ausgebaut wird besucht. Dort sind wir 2 Nächte geblieben.


    Aber wo war eigentlich der Thilo abgeblieben ? Auf der Düne war er jedenfalls nicht.......ich bekam am 3.7. am Abend dann nen Anruf mit vielen Geburtstagswünschen, er und seine Lebensgefährtin seien schon seit dem 2.7. samt Smart bei Manu und Dieter und nun sei der Alkoholpegel einfach zu hoch, um die 1.5 Stunden zur Pilat zu fahren......:sleeping::sleeping:.


    Wie auch immer, wir verbrachten dann 2 nette Tage bei unseren Bekannten gemeinsam mit Thilo und sin Frau........einen Tag am Atlantik baden gewesen , gegessen, getrunken.......wie Gott in Frankreich eben ( oder eher wie Obelix ? ).


    Aufm ersten Bild der ganz hinten rechts mit der Sonnenbrille, das is Thilo......danach kommen die Gastgeber......


    Wieder Bilder :


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  • So, nun Schluß für heute....den Rest gibt's dann morgen oder so.


    Die Zeit bei Manu und Dieter ging schnell vorbei und wir mussten weiter. Ab in die Pyrenäen. Die nächste Etappe sollte uns nach Tarbes am Fuße der Pyrenäen führen. Von dort wollten wir dann über 2 Nächte mitten rein in die Berge, nach Ax-les-Thermes, um von dort aus den ein-oder anderen Pass zu fahren.


    In den Pyrenäen hats mir sehr gut gefallen, ich war da schon mal, allerdings 1989 mit meiner damaligen Güllepumpe ( CX500 Euro )....lang ischs her.....


    Von AX aus sind wir am nächsten Tag erstmal nach Andorra, Andorra la Vella muss man nicht unbedingt haben meine ich, oder wir haben die schönen Ecken auf die Schnelle halt nicht gefunden. Zurück nach Ax ging es dann eine schöne Runde über kleine und kleinste Pyrenäenpässe, leider wurde zum ersten Mal das Wetter schlecht und es schüttete, donnerte und blitzte......deshalb keine/wenig Bilder davon......


    Abends zurück in Ax meine ich zu meiner besseren Hälfte : Irgendwie hör ich da ein Geräusch von der linken Motorseite, welches neu ist, ist dir was aufgefallen ? Antwort war nö und so hoffte ich mal wieder die Flöhe husten zu hören..........


    Bilder :



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  • Nadenn,


    dann soll die Neugier doch befriedigt werden :). Von Ax aus gings wieder langsam Richtung Heimat. Am Morgen des 9.7. haben wir uns auf den Weg gemacht, es sollte nach Rodez gehen, am Beginn der Auvergne. Strömender Regen bis Carcassonne zwang uns in die Regenkombis.


    In Carcassonne haben wir Pause gemacht und uns die Stadt angesehen. Der Regen ließ nach und bald schien wieder die Sonne. Am Westende des Parc Regional du Haute Languedoc gings dann weiter nach Norden über viele kleine nette Strassen........allerdings muss ich in dem Eck geblitzt worden sein, wie sich kurz nach der Rückkehr nach Hause herausstellte =O.


    Von Rodes aus fuhren wir am nächsten Tag weiter in die Nähe von Roanne, wo die nächste Übernachtung geplant war.......in einem alten Schloß.......8)...........Wir fuhren durch mehrere Naturparks und etwas östlich an Clermont -Ferrand vorbei zu unserem Schlössle bei Roanne.


    Die Auvergne ist eine Reise wert, echt feine kurvige Strassen, nicht viel los und eine wunderschöne Gegend.


    Die Geräusche am Motor änderten sich ( noch )nicht wirklich, beim Abtouren und eine Art chrrt chrrt chrrt von links unten :/, beim Rollen ohne Gas eher ein klappern.....es sei.......allerdings hatte ich langsam den " Umlenksatz " Motor-Kardan im Verdacht.


    Paar Bilder :



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  • Man glaubt es kaum, wir waren in dem " Schlössle " neben dem Schlossherrn und seiner Frau die einzigen" Bewohner ". Der Schlossherr war sehr nett, er konnte gut deutsch und hat uns einiges über die dortige Geschichte erzählt.


    Teuer wars eigentlich auch nicht, knapp 100 Euronen für 2 mit Frühstück :). Ein Erlebnis.


    Gut, am nächsten Tag sind wir dann weiter nach Norden durch den Jura nach Morteau, ein kleines Städtchen in dem wir schon öfter übernachtet haben. Die Strassen im Jura, oft ein Gedicht :thumbup:, kurvig und wenig Verkehr.


    Am 12.7. gings dann von Morteau aus wieder nach Hause, die seltsamen Geräusche der VX ließen sich langsam nicht mehr ignorieren.....zum klappern gesellte sich beim Gasgeben ein Heulen aus der gleichen Region, überhörbar nur mit geschlossenem Visier ab Tempo 120........


    Wir sind dann ab etwa Belfort bis Mulhouse auf die Bahn, dann wieder runter und durch den Südschwarzwald. Ich fahr dann gerne die Strecke Müllheim-Schönau-Feldberg und rüber nach Donaueschingen....da gibt's Kurven aller Art und man kann nochmal schön angasen..........so dieses Mal auch, hätt ich besser gelassen.......denn bei Donauschingen heulte die Suze dann so laut, dass auch der Fahrtwind nix mehr übertönen konnte.


    Sheixxe, dachte ich mir, warum haste die Gutste jetzt noch so plagen müssen........auf die Autobahn traute ich mich nicht mehr wirklich mit dem Geheule im Ohr und so habe ich die Suze dann über Landstraßen ganz vorsichtig nach Hause " geschippert "


    Ging gut.


    Kaputt ist der Winkeltrieb Motor zum Kardan und das Blöde daran ist, dass man zum Ausbau des motorseitigen Zahnrads den Motor samt Getriebe komplett zerlegen muss. Bei den ollen Yamahas ( XS 750/850 ) war das anders, da konnte man den Winkeltrieb komplett vom Gehäuse abbauen.


    Naja, dachte ich mir, die Gutste hat bald 100000 auf der Uhr, Zeitwert vielleicht 800 Euronen, was machste da ? Zerlegen und überholen, oje........das fängt dann bei neuen Kolben an und hört was weiß ich wo auf, lohnt also nicht. Ich habe mich dann auf die Suche nach nem gebrauchten Motor gemacht und etwas ganz Ansprechendes gefunden, demnächst erfolgt die Transplantation.


    Letzte Bilder :


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  • Sehr schöner Reisebericht....... Danke

    das mit dem Getriebe ist natürlich Mist.....aber 100000 km ist doch ok ( dafür das es keine Honda ist ;) )

    Gruß Lothar


    "Löse das Problem, nicht die Schuldfrage"

  • Danke Dir :).


    Noch ein kleines Resumee :


    Frankreich ist weiterhin eine Reise wert, so quasi mittendurch etwas südlich von Paris von Ost nach West bin ich noch nie gefahren.


    Ein weites schönes Land, und wirklich manchmal bis zum Horizont rauf und runter " bolzgerade " Strassen ( für den ders mag ;) ).


    Die Auvergne mit den Puys hat ebenfalls einen großen Reiz, schöne Strassen, viel Kurven und schön leer......es müssen also nicht immer die Westalpen, die Ardeche oder der Tarn sein ;).


    Mein Calimoto hatte kurventechnisch anderes als gerade Strassen mit mir vor. Auf " normal " kurvig eingestellt , was bei uns gut funktioniert schickte es mich in Franzosien auf kleinste Strassen bis hin zum Feldweg.......eine Enduro wäre nicht schlecht gewesen. Bei der Einstellung Gerade Strassen hats dann geklappt, da kam ich sogar mal dann und wann auf ne Nationalstrasse.......:D:D......


    Belebte Tankstellen sehr rar, meistens Automaten , sei es bei Supermärkten oder sonstwo. Finden tut sich immer eine Tanke. Kreditkarte macht Sinn.


    Wetter war die erste Woche sehr heiss, wir sind dann halt auch sehr früh losgefahren, dann gings. 2 " Knöllchen " haben mich erreicht......keine Ahnung wer da wo geblitzt hat, ich denke es war jeweils ein hinter mir fahrendes Auto.........


    Ciao

    Dieter

  • Schöner und informativer Reisebericht, danke!

    SC36---------------------Bj. 1998--6xxxxkm--Unterwegs auf der Tour de Hellrider in Südwesteuropa
    Street Triple 675R--Bj. 2016--31400km--Eingewintert bis zum nächsten Trackday
    Jimny FJ-----------------Bj. 2017--22500km--Kumpel für Alles.