Honda Surrogat Daelim VT 125: Vergaser- oder Zündungsproblem?

  • Für meine Tochter hatte ich eine 125er Chopper von Daelim gekauft (Motor ist der alte CB 125 Honda Motor). Das Teil wirkt wie ne größere Maschine und hat ne solide Technik, da Daelim in Korea mit Honda kooperiert hatte. Sie ist hübsch und gefällt der Tochter (mir und anderen auch) sehr gut. Besser als z.B. ne 125er Virago o.ä.


    Ausgangslage:

    Ich habe sie mit nem Zündungsproblem aus erster Hand im Topzustand mit 10.401 km gekauft und sie lief nicht. Da bekannt ist, dass dort gerne die Erregerspulen ihren Geist aufgeben, habe ich mir noch ne Schlachtmaschine mit Motorschaden geholt, die u.a. neue Reifen hatte, die ich eh brauchte. Von da habe ich die Lichtmaschine umgebaut und damit lief sie sofort. Probe fahren ging nicht, weil sie keinen TÜV hatte und den erst letzten Mittwoch bekommen hatte. Am kommenden Montag wird angemeldet. Erst dann sind (längere) Probefahrten möglich. Ne Runde in der Siedlung geht...


    Problem:

    Sie läuft unsauber. Ich hatte den Vergaser im Verdacht und ihn gründlich mit Ultraschall gereinigt. Auch die Leerlaufdüse besonders gründlich, alle Kanäle, die Beschleunigerpumpe usw.. Sie hält kein Standgas und sprotzt beim Probefahren.



    Frage:

    Kann das auch an der Zündung liegen? Kennt Ihr solche Probleme (und die Lösung)?


    fr

  • Hier kopiere ich mal die Texte rein, die ich schon im Daelim Forum parallel schreibe Link: https://www.daelim-forum.com/v…p?nomobile=1&f=10&t=10103


    #1Kein Standgas, Choke ohne Effekt

    von fermoyracer » 4. Okt 2019, 12:22

    Problem:

    Auch nach gründlicher Ultraschallreinigung mit anschließendem gründlichen durchblasen des Vergasers bekommt meine VT 125 (ne rote aus 1998) kein Standgas.

    Ausgangslage:

    Die VT hatte ich aus 1. Hand mit 10.401 km gekauft. Bei Kauf im Frühjahr lief sie nicht, die Erregerspulen waren defekt. Die Lima habe ich von ner Schlachtmaschine, die ich zusätzlich mit Motorschaden gekauft hatte, genommen. Damit lief sie wieder. Da die VT (ohne Tüv) nicht angemeldet werden und Probe gefahren werden konnte, weiß ich nur, daß sie vor der Vergaserreinigung im Stand wieder einwandfrei lief. Obwohl ich jetzt mehr und mehr verunsichert bin, ob ich mich da nicht täusche. Ne kleine Proberunde in der Siedlung war auch ok. Heute hat sie zwar Tüv bekommen (Mittwoch erst), aber wird erst kommenden Montag angemeldet (Tochter hatte noch keinen Führerschein). Ne "Freiblasrunde" war also noch nicht möglich...

    Was ich schon gemacht habe:

    - Ventile eingestellt und volle Inspektion mit Ölwechsel, Luftfilter etc.

    - Zündkerze neu

    - Batterie neu (obwohl die VT bekanntlich) auch ohne läuft

    - Vergaser sehr gründlich mit Ultraschall gereinigt,

    - Leerlaufdüse (35) neu gekauft und verbaut

    - Neuen Dichtsatz bei Vergaser und Ansaugstutzen verbaut, auch die zwei Dichtungen zwischen Stutzen und Zylinder (O-Ring und die Papierdichtung) erneuert

    - Beschleunigerpumpe geprüft, sie spritzt ein bei händischer Betätigung

    - Benzinsieb im Tank (also vom Benzinhahn) gereinigt (war im Reservebereich total zu)

    - Altes Benzin gegen ARAL Ultimate getauscht (ca. 8 Liter, also Spritlevel bis oberhalb Reservestellung)

    - Ersatzvergaser der Schlachtmaschine (11.450 km) verbaut (nach Ultraschallreinigung) und selbe Symptome

    - Anderes Zündschloss verbaut (wollte eh den Schlosssatz wechseln)

    - Leerlaufgemischschraube war vor Vergaserreinigung 3 Umdrehungen auf (also Sollwert) und ist es jetzt wieder

    - Vergaserbereich mit Bremsenreiniger eingenebelt, Leerlaufdrehzahl ändert sich nicht.

    Symptome:

    - ob mit Kickstarter oder mit E-Starter: Zum Starten braucht die VT keinen Choke (bisher bei Temperaturen runter bis ca. 10 Grad).

    - Das Ziehen des Chokes im kalten Zustand bewirkt, dass sie nicht startet

    - Das Ziehen des Chokes im warmen Zustand bewirkt, dass die VT sofort ausgeht

    - Ohne Choke startet sie sofort mit leicht erhöhtem Standgas, nach ganz kurzer Zeit (ne Minute oder so) geht das Standgas runter und sie stirbt ab

    - Richtig laufen tut sie auch nicht, als wenn die Zündung verstellt wäre

    - Das Verstellen der Standgasschraube ist ohne jeden Effekt

    Fragen:

    Kennt jemand dieses Problem und die Lösung? Ist es nicht richtig, dass ich den Zündzeitpunkt nicht verändern kann?


    Was ich überlege / tue:

    1.) Ich habe jetzt mal nen neuen Chinavergaser bestellt (PZ 27 mit Beschleunigerpumpe), der aber erst in vielen Wochen kommen dürfte. Aber irgendwie glaube ich nicht, dass zwei originale Vergaser defekt sein sollen. Dennoch...

    2.) Da ich unsicher geworden bin, ob sie vor der Vergaserreinigung sauberes Standgas hatte, könnte ich den Vergaser nochmals ins Ultraschall geben...

    3.) Lichtmaschine könnte ich erneuern (aus Korea bestellen)

    4.) CDI und Zündspule könnte ich von der Schlachtmaschine umbauen. Kann es daran überhaupt liegen?

    Für Hilfe wäre ich dankbar!

    Zu mir:

    Ich schraube alles selbst und habe für unsere eigenen Maschinen ne kleine Hobbywerkstatt mit sehenswerter Ausstattung, bin aber kein Top-Experte für jede Maschine. Theoretisch sollte es der Vergaserbereich sein oder ne verstellte Zündung, was aber hier nicht möglich sein sollte, da man da meines Wissens nichts verstellen kann..

    fr


    Schwimmernadelventil:

    ... sollte funktionieren. Im Trockentest sahen beide Vergaser in dem Bereich einwandfrei aus. Zusätzlich habe ich beim originalen Vergaser neben einer neuen Leerlaufdüse auch noch nen neuen Schwimmer verbaut.



    Falsch Luft ziehen:

    Da kenne ich es so, daß man dies früher mit Startpilot getestet hat und es heute mit Bremsenreiniger testet. Beim einsprühen des gesamten Vergaserbereichs hat sich die Drehzahl nicht geändert. Damit sollte zumindest alles dicht sein.



    Komisch ist, daß zwei Vergaser dieselben Symptome produzieren. Beide wurden aber im selben Ultraschallgerät gereinigt. Ggf. nehme ich gleich nochmal ein anderes Gerät und ultraschalle nochmals... Das ist auch der Grund, weswegen ich die Zündanlage verdächtige. Hier aber meinte mein Bruder (besserer Schrauber als ich), dass es eher der Vergaser sein sollte...

    fr




    von fermoyracer » 5. Okt 2019, 07:09

    Gute (schlechte) Nachrichten:

    Ich habe gestern nochmal den Vergaser ausgebaut, alles ins Ultraschallbad gelegt und danach alles sehr penibel ausgewaschen (erst mit Wasser, dann mit Pressluft ausgeblasen, dann mit Bremsenreiniger geflutet, dann wieder sehr gründlich ausgeblasen).

    Zusätzlich habe ich:
    - wieder die alte (originale), aber nochmals gründlich im Ultraschallbad gereinigte 35er Leerlaufdüse verbaut, weil die neue von Dataparts technisch anders war. Dort war am Düsenausgang ne Art Stopfen drin, der ne Bohrung hat.

    - eine neue Membran für die Beschleunigerpumpe verbaut, auch wenn die alte einwandfrei erscheint und die Pumpe auch Kraftstoff in den Brennraum spritzt

    - nochmals nen anderen (wiederum flammneuen) Kerzenstecker) verbaut


    Schwimmer:
    - Da muss ich mich korrigieren, es ist weiterhin der alte verbaut. Der neue (von Dataparts) ist falsch gewesen.

    Zündfunke:
    Den habe ich kontrolliert, indem ich die dazu ausgebaute Kerze wieder in den Kerzenstecker gesteckt habe und sie dann mit ner Zange gegen den Zylinder gehalten hab. Es war dunkel und auch deswegen konnte man den Zpndfunken gut sehen. Er erschien mir stark, gleichmäßig und daher einwandfrei.

    Ansaugbereich/Luftfilter:
    Ich habe hier nochmals alles kontrolliert, auch die Sitzbank abgebaut, um auch den Schnorchel, der unter der Sitzbank Frischluft zieht, kontrolliert und den Vergasergummi, der den Luftfilterkasten mit dem Vergaser verbindet, kontrolliert. Alles einwandfrei

    Ergebnis nach erneutem Einbau des Vergasers:
    Das ist m.E. eine gute Nachricht, weil sich etwas verändert hat. Sie läuft jetzt schlechter als vorher. Daher erscheint es mir plausibel, dass es der Vergaser sein dürfte. Schlechter laufen weil:
    - sie startete zunächst schlechter, aber startete nach reinigen der (verrussten) Zündkerze doch
    - weiterhin hat sie kein Standgas
    - bei ner Probefahrt in der Siedlung stotterte sie stark beim Gas aufziehen. So, als wenn sie noch kalt wäre und ohne Choke lief bzw. mit "sprotzen" beim beschleunigen.
    - Bis auf das sprotzen zieht sie aber ordentlich durch. Man spürt, dass sie ganz gut laufen würde, wenn dieses unsaubere laufen nicht wäre

    Kerzenbild:
    Die war total verrußt. Ideen???


    Erregerspulen defekt???:
    Ich frage mich weiterhin, ob das Problem nicht aus dem Zündungsbereich kommen kann. Ist so ein Bauchgefühl, weil zwei Vergaser, die ich gründlich gereinigt und getestet habe, dieselben Symptome aufweisen...

    Hier ein Hinweis dazu bei ner VL 125 Daystar aus 2000:
    viewtopic.php?f=9&t=6912
    Wenn ich es richtig verstehe, gibt es da am Ende der Diskussion von einem Forumsmember, dessen Name ich nicht sehen kann, genau diesen Hinweis. Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob das eine reale Möglichkeit ist. Aber weil ich unsere VT ja mit einem Elektronikproblem gekauft hatte, sie nie richtig lief und das probieren mit zwei Vergasern bisher auch nicht die Lösung bringt, glaube ich jetzt schon, daß die Zündung Schuld sein könnte.

    Ggf. werde ich heute erst mal die CDI der Schlachtmaschine testen, ggf. habe ich damit schon Glück.

    fr


    [Blockierte Grafik: https://www.daelim-forum.com/download/file.php?nomobile=1&id=6036&t=1]










  • Die überfettet im Leerlauf und Übergang fast so, als ob die Starterklappe dauernd geschlossen ist und nicht oder nicht richtig öffnet.

    Der Schwimmerstand sollte auch kontrolliert werden

  • Danke schon mal. Ich gehe gleich in die Garage und baue mal den Chinavergaser zum testen ein.


    Choke:

    Das ist da recht simpel. In der Grundstellung ist der immer (federbelastet) geschlossen und die Mechanik des Choke hält den offen. Betätigt man den Choke, läßt er der Mechanik freien Lauf und die federbelastete Choke-Klappe schliesst den Ansaugtrakt. Da ich ja mit und ohne Chokebetätigung (auch in Zwischenschritten) getestet hat, sollte der eigentlich funktionieren.




    Zündkerzenbilder:

    http://www.bosch-classic.com/m…zuendkerzen_gesichter.pdf


    Verrußte Kerze:

    Das läge klar an der Gemischbildung. Aber verrußte und verölte Kerze läge an zu hohem Ölstand. Den könnte ich gleich auch noch mal kontrollieren, da sie u.a. auch nen Ölwechsel bekommen hat. Ggf. funktioniert die Kurbelgehäuseentlüftung nicht richtig. Wobei die wiederum hier nicht in den Luftfilterkasten geht wie beo modernen Motorrädern. Der Schlauch geht noch ins freie. Ggf. zieh ich den mal ab...


    Damit ToDos für gleich:

    - Ölstand kontrollieren, ggf. absenken

    - Kurbelgehäuseentlüftung checken

    - Chinavergaser einbauen und testen

    - CDI von der Ersatzmaschine einbauen und testen

    - Zündspule von der Ersatzmaschine einbauen und testen



    ...mich besaufen, wenn sie immer noch nicht laufen sollte 😎




    fr

  • Kontrollier auch das Ventilspiel. Ev. ist das zu groß und die Ventile öffnen gar nicht. Saugt dann manchmal auch Öl hoch.

    Ist die Kerze verölt oder vom Sprit naß?

    Wenn es geht, stell die Starterklappe auf Daueröffnung. Zug oder feder aushängen. Wenn sie dann nicht anspringt, kann man mit Startpilot nachhelfen. Die Überfettung sollte dann aber weg sein und der Motor sollte laufen, wenn er warm ist.

  • Problem scheint gelöst!!!

    Habe dann eben den flammneuen Chinavergaser montiert. Zuvor dort die Düsenbestückung kontrolliert und auch die Einstellung der Luftregulierschraube.


    "China original" (Daelim Werte in Klammern):

    - Luftdüse 3 3/4 offen (3)

    - Hauptdüse 95 (102)

    - Leerlaufdüse 38 (35)

    Habe die Hauptdüse vom Originalvergaser genommen, die passte. Die Leerlaufdüse ist technisch anders, daher habe ich die 38er gelassen. Die Luftregulierschraube habe ich auf 3 geöffnet eingestellt. Alles andere passte 1:1 "von China nach Korea".


    Sie sprang sofort an, Standgas war anfangs sogar ein wenig zu hoch. Nach warm laufen lassen und ner kleinen Proberunde in der Siedlung war sie dann richtig warm. Standgas läßt sich jetzt wunderbar einstellen, ich hab es nach Gefühl auf ca. 1.200 U/min eingestellt (Soll war m.E. 1.000 - 1.400). Jetzt läuft sie sehr sauber und ruhig. Wie ne neue Honda CB 125...


    Hurrah!!!




    fr

  • Und schon ne Antwort (selbst gefunden):


    Gemäß Fireblade Forum http://www.fireblade-forum.de/index.php?thread/39560-zünkerzenproblem/ und auch so, wie ich den NGK Code verstehe https://t.tekniwiki.com/de/zue…den-ngk-code-knacken.html, ist der "R" Code der Hinweis, daß die Kerze entstört ist. Jetzt habe ich mal direkt in Korea bestellt und bin prompt drauf rein gefallen, daß die dort wohl laschere Vorgaben haben...


    Ergo:

    Technisch sollte es meiner "Pseudo-Honda" egal sein, ob die Kerze entstört ist oder nicht. Soweit ich mich erinnere, könnte das zu Störungen im Radio oder so führen. Da die Daelim so was nicht hat, ist das wohl eher nicht relevant. Beim nöchsten Kauf nehme ich ne entstörte...



    fr

  • Maximal deine Nachbarn freut es, wenn beim starten immer das Radio kratzt ^^

    Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.

    Benjamin Franklin



    Meine Threema-ID gibts per PN

  • ...kein Problem. Bei Gelegenheit hole ich mir die passende Kerze bzw. checke nochmal. Ich meine, mich zu erinnern, daß es früher entweder entstörte Kerzenstecker und/oder entstörte Kerzen gab...


    Ggf. hab ich nen entstörten Stecker verbaut und alles wäre gut. Ne sehr gute (aber eben keine flammneue) gebrauchte CR Kerze hab ich eben auch noch gefunden..



    fr

  • Martin,


    danke. Habe ich es richtig verstanden, dass es dem Motor egal ist, ob mit oder ohne "R"? Lediglich das Umfeld könnte beeinträchtigt sein, weil es dort zu Störgeräuschen kommen könnte?

    Wenn ich mich recht erinnere, gab es z.B. mögliche Störungen beim Radioempfang als eine Variante möglicher Störungen, richtig?


    fr

  • Nein, davon hatte ich nix geschrieben.

    Bei Hochleistungs-Motoren (also alles außer Daelim) habe ich gerade kürzlich gehört, dass man dort ohne die Entstörung sogar einige PS weniger gemessen hätte.


    Bei meiner RD hat es mit B-Kerzen bei Vollgas die Zeeltronic Zündung gestört. (Da war dann der Zündfunke weg was sich anfühlte wie ein Klemmer.) Im Standgas lief sie wieder normal.

    Das Handheld zum programmieren war auch gestört (kryptische Zeichen im Display)

    Dito die digitale Temperaturanzeige.

    BR rein geschraubt und alles wieder gut.


    Auf der Plus-Seite sind die B-Kerzen weniger empfindlich gegen verölen, was aber bei deinem Einsatzfall eher nicht interessiert.