Wer denkt ans Aufhören?

  • Dies war auch meine letzte Saison.
    Im März werde ich Vater und da liegen die Prioritäten erstmal wo anders.
    Zumal ich es meiner Frau versprochen habe, dass wenn wir Kinder bekommen, ich das Moped verkaufe.

  • Keinen Meter.

    Der Risiken bin ich mir bewußt, aber auch der Tatsache, dass man es mindestens zu 90% selbst in der (rechten) Hand hat, ob man abends wieder nach Hause kommt oder eben nicht. Wenn ich sehe, wie viele - auch langjährige Fahrer - unterwegs sind, wundert es mich eheer, dass es nicht noch öfter rappelt. Mit 100km/h+ links an stehenden Kolonnen vorbei, am Besten noch auf dem Linksabbiegerstreifen, Mit 150 über die LS-Kreuzung an der aus 2 Richtungen Autos warten, auf der letzten Rille in blinde Ecken rein, Überholen in sämtlichen möglichen und unmöglichen Situationen, vor Kurven, Kuppen, Einmündungen... könnte ich endlos fortführen.

    Sicher gibts auch Unvorhergesehenes, was einen auch bei aufmerksamster Fahrweise die Knochen kosten kann, aber das ist halt im Leben so. Für mich ist mit 160 ums Eck zu feilen gefühlt nicht gefährlicher, als meinen Junior im Kinderwagen rumzuschieben. Jetzt hat jemand nen Unfall gehabt, passiert. Gabs hier im Bekanntenkreis auch schon paar Mal. Deswegen ists für mich aber nicht risikoreicher oder -ärmer als vorher.

    Um noch mal auf den konkreten Fall zurückzukommen (weil der ja hier zum Anlass genommen wurde) Ich, der ja nur den Polizeibericht kennt, muss zu der Einschätzung kommen - das war nicht allzu schlau, was er da gemacht hat. Ich komme aus der unmittelbaren Frankfurter Umgebung, und die Hanauer LS bin ich schon zig Male gefahren. Eben wg der in der Mitte verlaufenen Schienen sind dort alle paar hundert Meter Wendemöglichkeiten eingerichtet. Wenn man dann im Absand von weniger als 2m an der parkenden langsam/fahrenden Schlange vorbeifährt, hat man im Falle eines abbiegenden/wendenden Fahrzeuges 0 Möglichkeiten den Crash zu vermeiden, ausser vielleicht, man fährt Schrittgeschwindigkeit.

    Nichtsdestotrotz wünsche ich Ihm natürlich eine schnelle & vollständige Genesung.


    TriStar

  • Naja, klar häuft sich diese Überlegung bei den Leuten, wenn im Umkreis ein Unfall passiert. Aber wenn man ehrlich ist, sollte man generell für sich klarstellen, ob man mit dem Risiko leben will oder nicht. Denn es existiert nun mal, und das weiß auch jeder Motorradfahrer. Er verdrängt es nur gern. Siehe Atomkraft. Die war bei uns sicher und sauber. Bis in Japan die Katastrophe ausbrach. Nun ist Atomkraft plötzlich gefährlich und wir müssen sie noch heute abschaffen. Dabei war jedem Menschen klar, dass Atomkraft eine der größten Dummheiten überhaupt war. Aber man hat es halt verdrängt weil der Strom so zuverlässig und (relativ) günstig war. Gleiches gilt doch auch für die Gefahren auf dem Bock. Jeder weiß halt, dass ein wendendes Auto, ein Trecker, der vom Acker kommt oder auch nur eine Sandspur in der Kurve jederzeit auftreten und die schöne Fahrt beenden kann. Klar, man kann das eigene Risiko in gewissen Maßen regeln (nicht so schnell, vorausschauend, für andere mitdenkend fahren), aber nie komplett beseitigen. Und im Vergleich zum Autofahren sind nun mal die Folgen größer, denn so ein Mopped überbremst/kippt schnell und der Fahrer hat kaum Schutz. Das weiß jeder. Und wie gesagt: das muss jeder mit sich selbst ausmachen - bzw. irgendwann auch mit der Frau und den Kindern. Aber wenn man solche Gedanken bei jeder Fahrt hägt und mit einem schlechten Gefühl fährt oder nach Hause kommt, dann sollte man tatsächlich ernsthaft nachdenken, ob das noch das richtige ist. Wer hingegen meint, er könne mit den Risiken leben, der sollte sich auch nicht zu verrückt machen (lassen).


    Ach und die Alternative muss ja nicht die Rennstrecke sein. Es gibt auch andere Möglichkeiten, mal etwas "rumzuheizen". Zum Beispiel Kart fahren oder beim Lothar Schauer ein Wheelie-Training mitmachen oder mit ner Sumo ab auf die Kartbahn. Alles schon gemacht, alles zu empfehlen.


    rou


    Sehr gut geschrieben. Dem schließe ich mich an. Jeder muss es letztendlich für sich selbst entscheiden und das Risiko sollte jedermann bewusst sein. Ich bin im Moment zwiegespalten. Auf der einen Seite macht das Motorradfahren an sich noch Spaß, aber irgendwie ist auch der absolute Reiz verloren gegangen. Dazu kommt noch das Risiko, dem ich mich aussetze und die Verantwortung, die ich gegenüber meiner vierköpfigen Familie habe. Mit anderen Worten: ich wäre nicht traurig, wenn sich jemand finden würde, der mein Motorrad kauft.

    Beam me up Scotty, there´s no intelligent life down here.


    LG, Markus

  • servus! ich fahr seit drei jahren nicht mehr und zwei jahre vorher musste ich mit ansehen, wie mein bester freund vor mir verunglückt ist, es hätte auch ich sein können. ich bi damals nicht gleich "aufgewacht", sondern bin auf was gemütlicheres umgestiegen, aber der spass war weg! na ja mein freund fährt mittlerweile wieder zwei motorräder, aber laufen , wie früher, wird nix mehr. aufjeden fall beste genesungswünsche an den verunfallten! ich hoffe er wird wieder und es bleibt nix zurück.
    mfg. le baron

    schönen gruss anden frischgebackenen polnischen
    VTR-fahrer!......hals und beinbruch!!!

  • ja , solche situationen lassen auch mich immer wieder darüber nachdenken - zumal wenn es einen guten freund oder sich selbst betrifft ( hatte ja in letzter zeit auch erlebnisse in dieser traurigen art )


    aber , und darüber bin ich echt auch froh - mit etwas abstand und damit auch wieder freierem / emotionsloserem denken kommt dann so etwas wie : es war nicht meine schuld , ich hätte nix daran ändern können ! also , warum mein geliebtes hobby - mit dem es ja in zig jahren auch unheimlich schöne erlebnisse gab an den nagel hängen ?
    was hätte es mir nach meinen 2 unfällen ( wobei einer davon schwer war , wirbelsäule angebrochen + trümmerfraktur linkes sprunggelenk ) genützt / gholfen wenn einer meiner freunde deswegen nicht mehr gefahren wäre ?

    ich versuch solch erlebnisse als " noch aufmerksamer sein " zu verarbeiten , gelingt leider nicht immer...........( und dann brauchts eben den " schutzengel " )

    solch eine entscheidung kann und sollte jeder nur mit sich und evtl. seiner familie ausmachen . ich finde möglichst mit " freiem " kopf .

    und ohne mein / unser hobby hätte ich sehr viele klasse menschen nicht kennengelernt und sehr viele echt schöne erlebnisse nicht gehabt ! und das wäre echt schade !!
    motorrad fahren birgt ein gewisses risiko , das wissen wir alle - aber autofahren , radfahren , handball , fußball usw. eben auch .

    als gott den menschen erschuf , war er bereits müde ; das erklärt manches .

    mark twain


    hatte neulich stromausfall in der werkstatt , hab mich da mal mit meiner famillie unterhalten - scheinen ganz nette leute zu sein ............

  • ich hab mal was gelesen dass Motorradfahren jung haelt. War glaube ich eine Studie eines Gehirnforschers namens Dr. Honda oder so :D
    - nein, es war ein Dr. Kawashima.
    Aber hier steht auch was entsprechendes:


    http://www.adac.de/infotestrat…mit-grauen-Schlaefen.aspx


    ich weiss nicht, aber einen entsprechenden Spass wie das Motorradfahren durch eine kurvige schoene Landschaft, vielleicht noch mit fast keinem Verkehr und fast "eins" werden mit dem Moped gibt es doch fast nicht.
    Ich hab mir jedenfalls - entgegen dem Trend - weitere tolle Mopeds zugelegt diese Jahr.
    Rennstrecke war ich nur 1 Tag in 2012, aber alle Turns (7x20min. komplett durchgemacht, in der Anfaengergruppe, da ist es am wenigsten gefaehrlich :02::02::02:, hoffentlich...). Mir wurde aber fuer 2013 schon "verboten" von Kumpels dass ich nicht wie die anderen in der mittleren bzw. zweitschnellsten Gruppe fahre. Hab aber keine Ambitionen mit denen ihren 170+PS mich rumzuschlagen...


  • Der Risiken bin ich mir bewußt, aber auch der Tatsache, dass man es mindestens zu 90% selbst in der (rechten) Hand hat, ob man abends wieder nach Hause kommt oder eben nicht. Wenn ich sehe, wie viele - auch langjährige Fahrer - unterwegs sind, wundert es mich eheer, dass es nicht noch öfter rappelt. Mit 100km/h+ links an stehenden Kolonnen vorbei, am Besten noch auf dem Linksabbiegerstreifen, Mit 150 über die LS-Kreuzung an der aus 2 Richtungen Autos warten, auf der letzten Rille in blinde Ecken rein, Überholen in sämtlichen möglichen und unmöglichen Situationen, vor Kurven, Kuppen, Einmündungen... könnte ich endlos fortführen.
    Um ....

    Nichtsdestotrotz wünsche ich Ihm natürlich eine schnelle & vollständige Genesung.
    TriStar


    Das sehe ich ähnlich. Ich muß auch nicht mit Vollgas durch die Gegend, für
    mich ist es auch ein Vergnügen "die Freiheit" zu spüren und vor allem zu
    riechen. Der Duft der durch den Helm kommt, wenn man an einem frisch gemähten Feld vorbei kommt...Oder die Ausblicke die nur ein Motorradfahrer
    erhält, da kein anderes Fahrzeug dort hin kommt (Fahrrad nur als Sportler).
    Neeee ich könnte noch nicht aufhören.

    Ein Bike ohne Sound ist wie ein Kuss von der Tante (Gunter Sachs)

  • Den Geruch, der zuerst an meine Nase kommt wenn ich den Helm aufsetze, möchte ich hier nicht beschreiben Da ist "Duft" nicht das Wort der Wahl..... ;)
    Als ich nach langer Zeit mal wieder beim Kartfahren meinen Helm aufgesetzt habe ist mir das wieder bewusst geworden.....

  • Aufhören kann ich mir nicht vorstellen....
    Zum einen wohne ich dafür in einem zu schönen Bikerparadies und würde immer wieder mit schnerzendem Herzen andere Biker vorbeifahren sehen. Da fahr ich einfach zuviel und zu gerne für als das ich die Maschine einfach abschaffe.
    Einige von euch gehen auf die Rennstrecke, hat zwar auch seine Vorteile ist jedoch nicht wirklich was für mich. Wenn ich mal Lust hab richtig Gas zu geben gehts auf die Nordschleife. Da ist es zwar auch nicht "sicher" aber wenigstens kann ich da Gas geben. Ob jetzt einer auf der NS irgendwo was Öl verloren hat oder bei uns auf der LS ein Bauer mit seinem Traktor fleissig Dreck verteilt.... dumm gelaufen.
    Vielleicht seh ich das jetzt auch alles noch was blauäugig, da ich trotz dem einen und anderen Unfall immer mit nur kleineren Blessuren davon gekommen bin.


    Auf Arbeit hab ich schlimmere Verletzungen davon getragen, und da riskiere ich krass gesagt auch jeden Tag meine Gesundheit. Mache den Job aber liebend gerne weiter. Ein gewisses Risiko ist überall. Man muss es nur irgendwie einkalkulieren können bzw damit umgehen. Wie Tristar schon geschrieben hat zu 90% hat mans selber in der Gashand. Die restliche 10%.... da steckt man nie drin.....
    Wenn ich gleich zur Tür gehen sollte kann ich auch derbst die Treppe runterfliegen....

    "Komisch, ich hab mir Zwerge immer kleiner vorgestellt."
    "Das glauben die meisten."
    "Altes Vorurteil."

  • moin,


    ich denke nicht ans aufhören.


    was mich dazu bewegen könnte? :08:
    wir werden sehen ... oder auch nicht. :01:

  • ich habe einen Freund verloren durchs Motorrad, bin zusammen fünfmal gestürzt mit mehr oder weniger gesundheitlichen Folgen, hatte auch schon mal , nein zweimal drüber nachgedacht aber ich kanns nicht lassen.
    Doch inzwischen bin ich in einem Alter ,das ich sagen mag dieses ist mein letztes Moped.

  • Kein Gedanke daran...
    Irgendwie hab ich den Punkt noch nicht erreicht, vielleicht auch deshalb weil beide Pänz volljährig sind und teilweise selbst Moped fahren. Und wenns mich erwischt dann hinterlasse ich zumindest keine Kleinkinder. Mein Horror ist auch nicht mein Ableben sondern schwere bleibende Schäden.....

    Wenn die Scheiße bis zum Hals steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen.

  • Ich fahre jetzt seit ca. 30 Jahren Motorrad und habe schon öfters ans Aufhören gedacht.
    Als die Kinder geboren wurden, habe ich mein derzeitiges Motorrad verkauft (auch auf Wunsch meiner Frau) und war totunglücklich.
    Irgendwie fehlte mir der Ausgleich zum Beruf und Familienalltag.
    Die motorradlose Zeit dauerte 6 Monate und brachte mir die Erkenntnis,
    dass es Blödsinn ist aufzuhören, solange ich noch Spaß am Fahren habe.
    Mittlerweile fahre ich etwas entspannter, weil die Kids aus dem Gröbsten raus sind und meine Familie finanziell abgesichert ist.
    Ausschließlich RS ist für mich keine Alternative, da die Möglichkeit zur spontanen Afterwork-Runde fehlt.

  • An aufhören hab ich bislang noch nicht gedacht.
    Gefährlich ist einfach kein Argument,das sind andere Sachen auch.
    Rennstrecke macht Spaß sicher,ist nur für mich zumindest nicht das einzig wahre und verletzen kann man sich da auch.
    Was ich nicht mehr brauche ist das schnelle Fahren auf der Landstrasse.
    Gibt mir einfach nichts mehr.
    Hab dies Jahr die meisten Kilometer mit meiner R 80 GS abgespult
    und die haben mir allesamt sehr getaugt. :14:

  • Ich fahre jetzt auch schon über 25 Jahre Moped. Hatte mal (als ich Papa geworden bin) mein Motorrad verkauft. Die Sehnsucht nach dem Motorradfahren war aber so groß, das ich mir wenigstens eine Simson-Schwalbe aufbaute. Dann kam noch ein Simson S-70 dazu. Das hat aber alles nicht gereicht. Immer wenn ich nur die Motorräder gehört hatte, war die Sehnsucht wieder da. Danach wurden die Mopeds immer größer. Bis zur heutigen SP1. Ich fahre meine Hausstrecken meistens vorher im normalen Tempo ab, um zu testen ob z.B. Dreck auf der Straße liegt oder die Freundlichen mal wieder Geld brauchen.
    Man muß vielleicht ein wenig vorrausschauender fahren und mit der Dummheit der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen, dann minimiert man etwas das Risiko.
    Fazit: Ich könnte bestimmt nicht aufhören! Es muß halt jeder für sich selber entscheiden!;)
    Grüße aus Görlitz:20:
    René

  • Ich habe in den letzten 3 Jahren drei schwere Unfälle mit dem Motorrad gehabt, davon 2 Totalschäden mit aufwachen im Krankenhaus und allem zipp und zapp. Ich hätte wirklich Grund aufzuhören, aber ich möchte mir die kleine Nische Lebensqualität nicht wegnehmen.
    Das ganze Leben ist Risiko, und dies macht auch das Leben aus.
    Ich rauche, ich trinke Alkohol, ich esse manchmal auch zu viel und zu fett. Ich trinke Cola und viel zu wenig Wasser etc, etc. Aber: Ich bin glücklich und das kann ruhig so bleiben!

    Yoda: "Die andere Seite ist dunkel...sehr dunkel.."
    Obi Wan: "Stell Dich nicht so an und iss Deinen Toast endlich!"

  • Heikö, da würdest du mir aber fehlen beim Harztreffen :07: Ich find es ganz schrecklich was mit Nicky passiert ist. Und ich wünsche dem Schnucki das aller aller Beste, aber ich bin auch der Meinung wenn man dran ist ist man dran. Und darum werde ich mein Moped nicht aufgeben. Als ich es kaufte war mir klar, dass ich mich für ein sehr gefährliches Hobby entscheide. Aber ich fahre auch Ski. Es kann immer etwas passieren. Dessen muss man sich bewußt sein. UND man sollte eben versuchen es n icht zu übertreiben. Denn bei so manchem jungen Biker der mir so manches Mal im Harz entgegen kam, musste ich mich fragen wieso er noch nicht alle Knochen gebrochen hat....

    Wer andern eine Grube gräbt, braucht ein Grubengrabgerät

  • 1. ich definiere mich übers biken
    2. ich bin keiner der wie ein Berserker um die Ecken biegt.
    3. nachdem ich von Nicks Unfall unterrichtet wurde musste ich 80km durch den Regen von Benztown nachhause fahren und bin cool geblieben.


    Da ich sehr gut innerhalb meiner Grenzen bleiben kann und andere ziehen lasse wenn sie mir zu schnell werden, habe ich keinen Moment daran gedacht aufzuhören.
    Ich fahre und das bleibt noch ne Weile so!

    Einmal editiert, zuletzt von Indianer ()