LiMa-Regler?

  • Ich muss Mal eine Lanze für das Löten brechen!

    Vor vielen Monden habe ich den Beruf des "Elektromechaniker" erlernt, wir haben ganze Kabelbäume erstellt und im Schadenfall auch einzelne Adern an Maschinen gelötet. 2013 habe ich den Kabelbaum an meiner damaligen PC34 massiv eingekürzt und gelötet. Das Moped fährt heute noch, ohne Probleme, mein Arbeitskollege. Meines Erachtens ist es wichtig sauber zu Arbeiten, Lötfett benutzen, nicht zu heiß arbeiten und darauf achten, dass die Lötstelle nicht zu groß wird. Das Zinn darf nicht zu weit in die Litze eingezogen werden, dadurch entstehen lange Stränge die zum Brechen neigen.

    Alles in Allem eine, fachlich vernünftig ausgeführt, dauerhafte Lösung die weniger Übergang-Widerstände hat als Steckverbindungen.

    dann kommt meistens die Realität und haut der Hoffnung auf`s Maul!

  • ..., Lötfett benutzen, ...

    Alles nur nicht das. Lötfett enthält ggf. Säure, was die Lötstelle wieder angreift. Wenn dann Elektronik Lot mit integriertem Flussmittel nutzen.


    Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Diese sollte man kennen, um das für sich am besten geeignete Verfahren zu nutzen. Beides ist auf jeden fall besser als 6,3mm Messingflachstecker, die über die Jahre oxidieren.


    Löten ist universeller für unterschiedliche Querschnitte und nen Lötkolben und Lötzinn sind günstig zu beschaffen. Die Lötstelle ist halt mechanisch zu stabilisieren.


    Crimpen erfordert spezielle Zangen, wenn es gut werden soll. Da benötige ich unterschiedliche Einsätze oder gar Zangen für verschiedene Querschnitte. Und damit meine ich nicht die Universalquetsche aus dem Baumarkt. Mechanisch bin ich damit dann im Vorteil


    Das größte Problem ist die Kabel wieder kontaktfähig zu bekommen, wenn die auch schon gelitten haben und beim Abisolieren nicht schon Teile der Litze abzutrennen oder einzukerben.

  • Geestbiker

    RS ist doch eher was für gewerbliche Kunden, gibts die Teile auch bei den üblichen Verdächtigen, ohne Apothekenpreise zu zahlen?

    Ein paar davon in der Elektro(nik)kiste zu haben, kann ja nicht schaden…

    Man findet die Teile mit etwas Glück auch bei ebay, allerdings sind die Preise da nicht wirklich besser. Andere Händler, die auch an Privat verkaufen, habe ich noch nicht ausmachen können. Im Falle der Crimpverbinder mit 4€ für 50 Stück würd ich jetzt auch nicht von Apotheke sprechen wollen. Da sind andere Verbinder nicht wesentlich günstiger. Außerdem lohnt es sich zu sammeln und ggf. Mit mehreren zu bestellen, da immer Versandkosten anfallen. Falls jemand einen günstigeren Anbieter findet möge er ihn doch hier Kundtun oder mir per PN mitteilen.


    Was die Debatte "Löten oder crimpen" angeht, ist es jedem am Ende selbst überlassen, womit er besser klar kommt und sich sicherer fühlt. Da mir aufgefallen ist, dass viele die Alternative mit den Crimpverbindern gar nicht kennen und zunächst meistens an Quetschverbinder denken, weise ich da verstärkt drauf hin.

  • Crimp hat den großen Nachteil das die Quetschverbindung mit der Zeit Oxidiert und das Problem fängt wieder von vorne an. ;)

  • Ich klinke mich mal hier mit einer Zwischenfrage ein (und hoffe, dass ich keine :13: bekomme).

    Gibt es ein bewährtes Reinigungsmittel (als Spray o. ä.) für alte Flach- oder Rundsteckkontakte und evtl. ein Mittel um Korrosion prophylaktisch zu vermeiden oder es zumindest dem Korrosionprozess möglichst schwer zu machen?

    Ich bin seit längerem dabei die ganzen Steckverbindungen an meiner ollen XL 250 (6V :06:) mit Glasfaserradierstift und kleiner 4mm MS-Rumdbürste zu putzen. Das ist aber z. T. echt mühsam und manchmal fast gar nicht richtig möglich, weil man gar nicht richtig dran kommt.

    Für Tipps bedanke ich mich im Voraus.

    Gruß, Markus

  • Crimp hat den großen Nachteil das die Quetschverbindung mit der Zeit Oxidiert und das Problem fängt wieder von vorne an. ;)

    Alles hat seine Vor- und Nachteile.


    Zum Thema Oxidation möchte ich folgendes anmerken:

    Die OEMs verwenden diese Crimpverbinder in ihren Kabelbäumen. Sowohl an einem ca. 10 Jahre alten Kabelbaum (Daytona 675) als auch an einem gut 20 Jahre alten Kabelbaum (VTR F) konnte ich an den Crimpverbindern bisher keine Oxidation und damit auch keine darauf zurückzuführende Probleme feststellen. Sowohl bei der Daytona als auch der VTR werden diese außerdem nur mit einfachem Isolierband geschützt, was m. M. n. eher gegen die Oxiadtionsvermutung spricht. Außerdem kann der (ggf. verzinkte) Messing-Crimp ja gern oxidieren, das was ja eigentlich leitet und Strom / Spannung überträgt sind die Adern / Litzen, die innerhalb des Crimps zusammengepresst werden. Wenn nun die Adern / Litzen oxidieren, hat man natürlich verloren. Dies kann aber auch beim verlöten passieren und die Adern innerhalb des Lots oxidieren (welch wunderbare Dinge die Elektrochemie doch vollbringen kann :rolleyes:).


    Am Ende muss sich eh jeder das raussuchen, was für ihn am besten funktioniert.

  • ...bin kein Experte.


    Aber so weit mir bekannt, arbeiten diese Sprays mit Säure. Dies soll die Steckverbindung angreifen. Daher hatte in nem anderen Forum ein Elektronikspezialist mal den Tipp gegeben, Stecker immer mechanisch zu reinigen, wo es geht. Solche Sprays sollten nur im Notfall ran.


    Dennoch werde ich mir das wohl auch mal besorgen oder das im Netz hoch gelobte DeOxit D5 (aber die ältere Dosenausführung). An nicht jeden Stecker kommt man gut ran. Die Reviews zum DeOxit D5 sind teils sagenhaft gut z.B. bei verdreckten Potis an Amplifiern etc.


    fr

  • Ich verwende Ballistol als Kontaktspray und Reiniger. Es ist schwach basisch, sollte nicht zu stark aufgetragen werden da es selbst nicht leitet.

    dann kommt meistens die Realität und haut der Hoffnung auf`s Maul!

  • Aber so weit mir bekannt, arbeiten diese Sprays mit Säure.

    Das ist ist richtig und deshalb gibts so was

    Kontaktreiniger

    Speziell die guten und wirksamen Kontaktspays sollte man auf keinen Fall zu lange einwirken lassen. Dann wirds schlimmer als vorher.

    Willst du etwas wissen, so frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten.


    Fürchte dich nicht vor langsamen Veränderungen; fürchte dich nur vor dem Stillstand.