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Alt 23-01-2019, 22:43   #1
Hellrider
 
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Hellrider geht fremd - der Motorradtestthread

Ich hatte im Januar 2016 im ER-6 Forum angefangen, über die Erfahrungen mit anderen und auch immer wieder dem eigenen Moped zu schreiben und zu reflektieren. Diesen Thread hab ich bis Ende 2018 gepflegt. Dachte, dass ich hier die Tradition fortführe in der Hoffnung, dass es der ein oder andere Forist gerne liest

Bei Fragen, Wünschen und Anträgen: Sie wissen schon.

Fangen wir also mit den Altposts an:

Nein, ich ficke nicht nebenher auch noch meine rechte Hand, hier gehts um ER-Fahrungen mit anderen Motorrädern.
Ich habe mir vorgenommen, im Laufe dieses Jahres diverse andere Motorräder durchzuprobieren und wurde gebeten darüber zu schreiben.


Zu meiner Zweiradhistorie:
Diverse Fahrräder, bisschen Pizzen ausliefern aufm Roller, Fahrschule ER-5 und EX650C und seitdem 20000km auf der eigenen EX650C.


Bisherige Seitensprünge:


1. KTM EXC250
Hatte 2013 das Vergnügen, die offene EXC250 vom Kameraden in einer Sandgrube zu testen. Alter fuck.. ich bin ja nicht grad unfit, aber ich war nach 15 Minuten fick und fotzi! Die Maschine hat zwar nur 52PS, aber isn Zweitakter mit etwa 100kg. Die Sitz- oder besser gesagt Stehposition und die Hochbeinigkeit ist ungewohnt und das Ansprechverhalten ist sehr direkt. Man merkt, dass die Maschine ein reines Sportgerät ist und dafür ist sie super - habe dem Kameraden dann noch zugeschaut, wie er einen Hang hoch ist und ihn dann halb abgetragen hat (Sand) :harr
Mit mehr körperlicher Gewöhnung schaffe ich vielleicht sogar mal die zweite Vergaserstufe, immerhin war ich im zweiten Gang :freak


2. Kawasaki ER-6f EX650E
Durfte Ende 2015 mal Spikers EX650E testen. Im Wesentlichen nicht anders, aber das war für mich der Anstoß, den LSL Superbikelenker zu kaufen und auf 10W50 umzusteigen. Das Lenkverhalten und das gesünder wirkende Getriebeverhalten beim Gangwechsel waren echt eine Erfahrung wert! Vom Akrapovic bin ich nicht sonderlich angetan - klingt für mich wie der Serienpott, nur etwas lauter. Ich bin meinen böse klingenden lauten IXIL gewohnt

Weiß noch nicht, was Nummer 3 wird. Auf der Liste stehen: MT-10, ZX-10R, LC4, Super Duke, Steet Triple, Chopper und n Cafe Racer (Thruxton R?).

3. Yamaha MT-07
Konnte beim Gruselwolf auf seiner leicht veränderten MT-07 probesitzen.
Zuerst einmal möchte ich anmerken, dass mir das Styling gar nicht zusagt. Schaut nach nix aus, klarer Punkt für die EX650C. Die Sitzposition ist mir standardmäßig massiv zu niedrig, aber mit ein erhöhter Sitzbank (durch Kissen simuliert) nicht mal verkehrt. Mir (177cm) ist ja die EX650C schon etwas zu klein.. ich trainier schon die ganze Zeit meine Ober- und Unterschenkelmuskulatur, weil sie mittlerweile hinten stark verkürzt ist.
Zu Fahrverhalten, Sound usw. kann ich nichts sagen. Aber da sie ab 160 schwimmen soll wäre sie nichts für mich.. ich habs ab und zu richtig eilig und da punktet die EX650C mit ihrem panzerähnlichen Hochgeschwindigkeitsverhalten.
Wenn man ein Navi anbaut, kann man das Zündschloss scheinbar auch nicht mehr sinnvoll nutzen, auch da braucht man extra Zubehörteile.
Allgemein muss man wohl etwa einen Tausi in die MT-07 reinstecken, um die wichtigsten Nachteile abzustellen - dann hat man wohl ein wendigeres und schnelleres Motorrad, das aber auf der Autobahn begrenzten Nutzen hat.

4. Kawasaki Z1000SXT
Hatte heute die Gelegenheit, Spikers Z1000SX zu testen. Er hat neue Krümmer und Akrapovic Töpfe verbaut sowie die Maschine untenrum etwas erleichtert. Bin die Maschine mit Topcase gefahren.
Der erste große Unterschied ist die Kupplung - diese ist dank Untersetzung WESENTLICH leichter zu betätigen. War anfangs gewöhnungsbedürftig, hatte den Dreh aber nach ein paar km raus.
Die Bedienung ist fast identisch mit der EX650C, nur fand ich den Blinkerschalter gefühlt kleiner und war zu nah an anderen Bedienelementen. Hab die anderen Bedienelemente 1-2 Mal versehentlich mit betätigt, als ich den Blinker bedient hab.
Die Spiegel der Z sind praktisch, durch den Winkel sehe ich dort wesentlich mehr als bei der EX650C.
Die Sitzposition ist ein Eck höher als bei der EX650C - für mich eigentlich ideal, denn die EX650C ist mir (1,77m) etwas zu klein. Winddruck bis 160 vergleichbar mit der EX650C.
Bei den Bremsen habe ich keinen Unterschied zur EX650C feststellen können.
Der Sound ist aber ganz anders - gleich laut wie die EX650C, aber wesentlich bassiger. So wie die großen Pfeifen in der Kirche - ein unaufgeregter, reifer Sound.
Der nächste große Unterschied ist freilich der Motor - bin noch nie ne Mille gefahren. Bei jeder Drehzahl genug Dampf und ab 6000 Umdrehung presst es so richtig das Hirn gegen die Schädelrückseite! 8| Fährt sich wesentlich erwachsener und einfacher als der EX650C Motor, der dagegen wie ein Jugendlicher mit ADHS wirkt. Aber auch ein bisschen gefährlich für ADHSler wie mich - ich würde im Stadtverkehr aufgrund der Laufkultur Gefahr laufen, ungebremst in ein Auto zu krachen ^^ man merkt quasi kaum, dass man gerade Motorrad fährt.
Der letzte große Unterschied ist das Fahrwerk - man muss die Maschine offenbar ganz anders fahren als eine EX650C. Die EX650C kann man wie ein Fahrrad einfach einlenken und zu jedem Zeitpunkt in der Kurve die Linie ändern. Bei der Z muss man laut Spiker erst einen starken Lenkimpuls geben und dann quasi den Radius wählen und dabei bleiben. Hab das nicht getestet, war mit der Maschine freilich achtsam unterwegs.
Zum Schluss das Styling - ich mags nicht, es gilt das gleiche wie bei der EX650E. Zu viele Linien, zu verschnörkelt, zu viel Verkleidung.

War ein interessantes Experiment, ist sicher eine sehr gute Wahl für Leute, die viel Bundes- und Landstraße und Touren fahren. Aber passt nicht zu meiner Art, ich brauchs feuriger und direkter.

5. Kawasaki Z750R
Durfte heute die Z750R vom Kumpel testen. Das Erste was mir auffiel war, dass ich gefühlt ein Stück näher am Lenker, etwas höher und ein Stück aufrechter auf der Z hocke. Die Kupplung scheint wie die Z1000SX untersetzt zu sein, sehr leichtgängig. Der Motor läuft wie erwartet sehr rund und hat ab 4000 durchgehend Schub, ohne aufdringlich zu werden. Der Sound kommt mir beim Fahren trotz eines verbauten LeoVince Auspuffs sehr leise vor - ist sie aber nicht wirklich, kenne den Geräuschpegel der Maschine ja von gemeinsamen Touren. An der Ampel hat mein Kumpel mal am Gas gezupft und beim (laufenden..) Auto hinter ihm ging kurz die Alarmanlage los :harr (*hust*). Der Schub ist natürlich eine andere Hausnummer als bei der EX650C - an der Ampel komme mich mit meiner kurz übersetzten EX650C bis zum Begrenzer mit, aber da hat der Kumpel noch 2000 U/Min bis zum Gangwechsel. Mein Kumpel behauptete, dass die Federung von der Z wesentlich härter sei als bei der ER - konnte ich so nicht feststellen, vielleicht lag es einfach am Serienlenker auf der Z? Jedenfalls fühlte sich das Fahrwerk sofort vertraut an - spursicher und spontan wie das meiner EX650C. Nachkorrekturen sind gar kein Problem. War überrascht, dass der Winddruck auf der Z als Naked Bike unerwartet gering ist - zu keinem Zeitpunkt unangenehm, obwohl ich die Maschine mal bei 160 hatte. Optisch gefällt mir die Z recht gut, allerdings gefällt mir die bucklige Linienführung nicht so wirklich und der schwarze Mattlack verkratzt sehr schnell beim Abwischen.
Alles in Allem macht die Z750R viel Spaß. Fährt sich im Prinzip wie eine erwachsene ER650 - weniger aufgeregt, keine ruckartigen Lastwechsel, mehr Bums. Aber tauschen möchte ich nicht, der Vierzylinder läuft mir einfach zu rund. Brauch da mehr Emotionen eine Dreizylinder wäre als nächste Maschine interessant als Vergleich.
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Alt 23-01-2019, 22:50   #2
Hellrider
 
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Post 6 und 7 habe ich in einer besonderen Lebenslage verfasst, also nicht über die Schreibweise wundern

6. BMW F 700 GS
Gezwungenermaßen habe ich mir heute eine F 700 GS geliehen - meine EX650C hat sich ja auf der Fahrt zu einem sehr wichtigen Ereignis aufgehangen (siehe hier).
Fangen wir doch einfach mal mit den guten Seiten an.. die Maschine ist gut verarbeitet, hat eine vernünftige Auswahl an Programmen (3 Stufen Fahrwerk), teilweise richtig gut gemachte Instrumente (Motorblockierung und Startknopf in einem), eine tolle Instrumententafel, einen richtig guten Gasgriff, ein tolles Fahrwerk und eine ebenso gute Bremsanlage. Der Sitz und die Sitzhöhe sind super, passe wie Arsch auf Eimer drauf. Allgemein schaut das Motorrad auch recht cool aus. LED-Blinker serienmäßig und Alarmanlage sind weitere Boni.
Fangen wir mit den kleineren Sachen an, die mich stören. Der Blinker ist doof positioniert (wie bei der 1000SX) und gibt viel zu wenig Rückmeldung - vergewissere mich jedes Mal, ob ich das Ding auch betätigt habe. Die Bremsleitungen sind auf Lenkerhöhe Stahlflexleitungen, gehen dann aber als Nylonleitungen weiter. Die Fußrasten sind etwas zu hoch und der Bereich zwischen den Beinen zu schmal. Der Lenkerbereich, Kennzeichenhalter, die Scheibe und die vordere Verkleidung schauen doof aus, aber ich mochte den Endurolook eh noch nie. Ab 160 wird die Maschine vom Winddruck echt unangenehm, hab da die Z750R angenehmer in Erinnerung. Aber ok, is ja auch ne Straßenenduro.
Was mich aber am Meisten nervt sind der Motor und die Auspuffanlage. Fangen wir mit dem Sound an - das Ding klingt serienmäßig scheiße, wie der Pürierstab meiner veganen Freundin. Er ist auch viel zu leise - auf Tour fahr ich wegen den Helmgeräuschen mit Gehörschutz und ich hab öfters abgewürgt, weil ich die Drehzahl beim Anfahren nicht hören kann. Das Schlimmste ist der Motor - VIEL zu zivilisiert. Kann ja sein, dass das Ding für Pässe und enge Landstraßen bestimmt super ist - zieht fast linear durch ohne Überraschungen. Ist aber auf weiten Landstraßen und der BAB sehr von Nachteil - bei der EX650C hab ich einfach nen Drehzahlbereich, der super zum Überholen ist. 3000 U/Min POWER. Und auch spürbare Power - die F700GS mixt von 2000 bis 6000 mit brauchbarem Schub vor sich hin und fängt dann das Brabbeln an. Bei 9000 ist komplett die Luft raus, aber auf ne uncoole Weise. Hab im ersten Gang mit 60 anfangen überholt, voll ausgedreht und überraschend an den Drehzahlbegrenzer gekommen. Das war ultrasanft, langweilig. Hatte bei der EX650C in ner ähnlichen Situation fast nen Highsider - im zweiten Gang! Der Motor ist ideal für Fahranfänger und Rentner, auch in nem VW Up! wäre er super aufgehoben. Aber für Leute, die durch die Nase statt durch die Hose atmen - LANGWEILIG
Das Schlimmste ist aber der erste Gang. VIEL zu lang übersetzt. Hab so oft abgewürgt, weil der erstmal richtig Gas braucht und in der Stadt zieht er mich auch im warmen Zustand mit 15 durch die Gassen, was viel zu viel ist. Meine EX650C hab ich warm auf <10km/h, das ist super angenehm.



Insgesamt empfinde ich die F 700 GS als das Äquivalent zum VW Golf Plus (oder VW CrossGolf?). Praktisch, vernünftig, ergonomisch und ökologisch korrekt, vielseitig, geländetauglich angehaucht. Die Jack Wolfskin Jacke unter den Motorrädern. Aber genau da verhält sich das genau wie mit dem Jack Wolfskin Jacken - zu meiner Bushcraftingzeit haben wir die Typen mit solchen Jacken immer ausgelacht - das sind meist so Pseudonaturverbundene, die man niemals weiter als 2km vom nächsten Wanderparkplatz sieht. Meine Fresse, da brauch ich keine PTFE-Membran, ich räuber da mit nem T-Shirt durchs Unterholz. Und auch die F 700 GS würde ich niemals kaufen, weil die einfach zu spießig und überdesigned ist. Ich habe keinen Klapphelm, bin nicht Ü50 und gehe auch nicht Nordic Walken, ich bin der Typ, der seine Knochen bei irgendwelchen irrwitzigen Militäraktionen kaputtschindet, sein Bett kaputtfickt und regelmäßig aneckt. Gebt mir ne bollernde, knallende Bitch, die aber auch alltagstauglich ist! (Ich überlege derzeit, die EX650C mit ner Streety zu ersetzen)
Spiker meinte vorhin am Telefon auch "Kauf dir niemals eine BMW - du bist kein BMW-Typ! Und die verzieht dich auch (weil sie zu einfach und rund zu fahren ist)." Und er hat so verdammt Recht.

7. Triumph Street Triple 675 BJ 2016 (?)

Dieser Bericht ist etwas länger und ist in 4 Teile gegliedert. Vorgeschichte und die ausführliche Fassung der Probefahrt können übersprungen werden.

Vorgeschichte:
Ich saß beim Coburger Triumphhändler bereits auf der RX. Sitzhöhe war gut, Lenker nicht ganz optimal, Preis (RX eben..) zu hoch und ich brauch einfach nen bequemen, kratzfesten Soziussitz (für Sozia und Rucksacktransport).

Ursprünglich wollte ich einer Annonce aus Autoscout zu nem Händler nahe Berlin folgen. 8000€ für ne fabrikneue Streety R? Sofort! Logistik war schon geplant. Heute mittag rief mich Spiker, der momentan meinen Motorradshizzle für mich fleißig mitorganisiert (vielen Dank nochmal dafür! Werde mich freilich revanchieren!) an, weil ihm diverse Zweifel gekommen waren. 1. Die Streety in der Annonce sah nicht wie ne R aus 2. die Überführungskosten waren nicht erwähnt, sprich: Wären höchstwahrscheinlich nochmal dazugekommen (450€ stand im Prospekt..). Um 0500 losfahren und 450km für ne normale Streety zum Normalpreis? Hahaha. Nein. Arschloch. :daumenrunter: morgen grill ich den :angry2 um eine aus dem Zusammenhang gerissene Zeile von Disturbed in diesem Lied zu zitieren: Never again will I be dishonored! Mein persönlicher Anspruch an mich selbst.

Spiker hatte bereits beim Fürther Triumphhändler angefragt was die so anbieten.. War preislich vergleichbar, also hab ich mich spontan mit Fahrrad und Bahn nach Fürth aufgemacht. Das erste Mal, dass ich mit Motorradkleidung geradelt bin :harr hab ein wenig geschwitzt, aber war ok.
In Fürth hat mich Spiker standesgemäß und sinnvollerweise mit dem Motorrad abgeholt. War meine Premiere als Sozius.. jetzt weiß ich, was ich meiner Freundin bisher so zugemutet hab. Bei nächster Gelegenheit kauf ich ihr sichere Handschuhe und Schuhe. Andere Baustelle.

Trockenprobe:
Der Triumphhändler nahm im richtigen Moment mit uns das Gespräch auf - ich erfuhr, dass die R mit gleichen Parametern 1000€ mehr koste als die normale Streety und 2cm höher sei. Habe mich nach dem Gespräch auf die Maschine gesetzt - Ergonomie genau wie bei der ER-6f, nur leichter, stabiler und mit ner Gelsitzbank. Mir etwas zu klein. Spiker stieg dann als Sozius auf - passte auch mit Sozius, obwohl er etwa 20cm mehr Beinlänge und 15kg mehr Gewicht hat als meine Freundin. Er inspizierte anschließend meine Sitzhaltung von allen Seiten und war schon recht zuversichtlich, erst recht mit gedachten 2cm mehr bei der R. Durfte dann kostenlos eine Probefahrt machen in Begleitung von Spiker auf seiner Z1000SX.

Kurzfassung Testfahrt:
Maschine geht richtig gut, bremst gut, hat ein echt gutes Fahrwerk, ist bei >130km/h sehr anstrengend (Winddruck), sehr handlich, klingt gut. Die normale Streety ist mir zu tief und ich brauch das verstellbare Fahrwerk für Sozia und Renne.

Ausführliche Fassung Testfahrt:
Wie gesagt war mir die normale auf Anhieb etwas zu tief. Sitzgeometrie erinnert frappierend an die serienmäßige ER-6f. Aber auch wesentlich leichter aufzurichten.
Den Motor hab ich ja schon mal live gehört, aber noch nie selber am Gas gezupft. WOW die geht im Leerlauf mit ner kleinen Drehung am Gasgriff sofort auf 4000! Gefühlt doppelt so spontan wie die ER. Erste paar Meter im Gewerbegebiet? Maschine ist ganz zahm und berechenbar zu fahren, reißt nicht so abrupt an der Kette wie die ER in niedrigen Touren mit Standardübersetzung, aber auch keine Schlaftablette wie die ganzen Vierzylinder. Genauso wie ich es mir gewünscht hatte - meine Befürchtung war, dass der sich wie ein Vierzylinder zu harmonisch fährt und untenrum gar nicht geht.
Nach weiteren ~5km mit vielen Ampeln und 70er Beschränkungen lotste mich Spiker endlich auf Landstraßen. An der Ampel klebte sich ein komischer Motorradfahrer auf ner weißen Italienerin an mich und hupte mich an der roten Ampel mehrfach an. Der Typ ist mir lange Zeit hintergefahren und wird vermutlich heute abend keinen mehr hochkriegen, aber darum solls hier nicht gehen :harr

Ich kannte die Gegend nicht, aber Spiker sehr gut. Bin ihm also gefolgt und wir haben auf ~30km diverse Radien, Fahrbahnbeläge und Geschwindigkeiten durchgetestet. Das Fahrwerk reagiert souverän, aber nicht so ein großer Unterschied zum ER-6 Fahrwerk wie erwartet. Reifen, Fahrwerk, Motor, Bremse, Alles präzise und berechenbar, habe noch nie ein Leihmotorrad so gewetzt wie die Streety! Und das in der leichten Motorradkluft (FEHLER aber zum Glück diesmal ohne Konsequenzen). Man kann also definitiv sagen, dass ich der Maschine nach kurzer Zeit ein großes Vertrauen entgegenbringe!
Zur Motorleistung.. huahaha, effektiv 80% der Leistung von Spikers modifizierter Z1000SX. Man kann viel schaltfauler fahren, weil man ca. auf 10000 U/Min Breite genug Bums hat und der Motor bei Weitem nicht so bockig ist wie bei der ER! Triumph will die nächstes Jahr auf 800 Kubik aufblasen? WARUM? Die ist den allermeisten Motorrädern bis einschließlich 800 Kubik allein schon auf der Geraden überlegen.. außer der Z800, die hat einzig mehr Durchzug.. aber hat 40kg mehr, die wird dann in den Kurven problemlos abgeledert. Z1000SX bestimmt auch.
Rundherum war die Streety schon durchaus so, wie ich sie mir erhofft hatte - aber es gab auch ein paar Punkte an der Vorführmaschine, die ich ändern muss. Zuerst mal das R-Paket - ich brauch die zwei Extrazentimeter für ne optimale Sitzhöhe, schärfere Bremsen und Fahrwerk und die Fahrwerkeinstelloptionen für Sozia und Renne. Dann noch das Thema Winddruck - ich bin nun echt nicht grad von Pappe, bin das Jahr mal mit 10kg Rucksack die 800km nach Budapest bei 35°C komplett in schwarzen Sachen in 10h durchgefahren. Aber der Winddruck ab 130km/h ist echt unangenehm und mein Nutzungsprofil enthält auch 1/3 Autobahn. Ich hab mir die R geordert mit "Lackset". Das ist ein dummer Name für eine Option mit Bugspoiler, kleinem Windschild ("Flyscreen") und Soziussitzabdeckung (wird im Schrank verschwinden..). Falls das nicht reicht hab ich ein Puig Windschild gleich mit rausgehandelt - wird aber erst montiert, falls der "Flyscreen" (kleines Windschild aus dem Lackset)(bei der Vorführmaschine nicht montiert) nicht ausreicht, weil 2 Löcher gebohrt werden müssen. Eine Bekannte von Spiker fährt ne normale Streety, die für Touren verändert wurde (!) und meint, dass dieses Windschild VIEL bringen würde. Zudem fand ich den Lenker zu hoch und etwas zu schmal - der wird vermutlich nach ein paar Kilometern erst im Winkel verstellt und eventuell durch nen Superbikelenker ersetzt.
Zum Sound: Schon mit Serientopf cool.. der Dreizylinder pfeift wie die gute alte F-4 Phantom und der Auspuff klingt schon gut - man hört beim Wegnehmen vom Gas auch dieses typische dumpfe pak-pak-pak wie bei Spikers Z1000SX mit Akra Auspuffanlage, aber leider nur leise und wenig bassig. Aber wer weiß was passiert, wenn man den Auspuff mal RICHTIG heiß macht :teufel

Wie gesagt, die Streety R ist bestellt und ich kann sie in circa ner Woche abholen. UHJA. Spiker und ich denken, dass ich die länger behalten werde - alle Zeichen sprechen dafür! Er denkt, dass ich optisch und vom Fahren her wirklich gut auf die Streety ("dein Kurvenskalpell") passe. Auch die Werke macht bisher nen echt guten Eindruck. Nicht wie die ganzen Vögel und Arschlöcher, mit denen ich sonst zu tun hatte.


8. Triumph Street Triple R BJ 2016

Sodele, die ersten 800km sind durch, Zeit für ein Zwischenfazit.

Habe nach kleineren Problemchen konnte ich vor einer Woche endlich meine Streety R in Empfang nehmen.

Kurzbeschreibung:
3 Zyl, 675cc, 106PS, 68Nm, 188kg, volleinstellbares Fahrwerk, Pirelli Diablo Rossa Corsa, mit zusätzlichem Bugspoiler, Flyscreen, Windschild und Rahmenschützern. Im Gegensatz zur normalen Streety ist bei der R die Heckradabdeckung serienmäßig montiert - sollte eigentlich auch bei der normalen nicht fehlen!

Direkt nachdem ich die Streety beim Freundlichen im Empfang genommen hatte, bin ich zum Louis um mich mit Spiker zu treffen. Bei der umfassenden Begutachtung fanden wir viel Positives und wenig zu meckern. Die Lichtanlage ist eine definitive Steigerung zur ER - permanent zwei Fahrlichter an, gute Lichtausbeute und Sichtbarkeit im Spiegel. Schaut aber von hinten und von der Seite billig aus. Die Sitzbank hat den doppelten Stauraum im Vergleich zur EX650C und ist sehr übersichtlich und wartungsfreundlich aufgebaut. Die Blinkeranlage, Endschalldämpfer und Kennzeichenhalter sind nicht überagend, aber ansehnlich. Mittelfristig werden noch Rauchgläser bei den Blinkern verbaut, aber ansonsten springen dem Betrachter diese Bauteile nicht optisch ins Auge oder stehen bei der Kettenpflege im Weg. Zufällig stand eine baugleiche Streety R mit SC Project ESD und geänderten Blinkern und kurzem KZH auf dem Parkplatz - wir fanden nicht, dass die optisch viel besser aussah als meine Serienmäßige. Im Endeffekt habe ich nur eine Gepäckspinne und ein Paar rote Bobbins (auf Empfehlung des Besitzers der anderen Streety, der im Zubehörbereich arbeitet :harr ).
Als negativer Punkt fiel uns auf, dass die Maschine serienmäßig weder ein Tankpad noch ein Warnblinklicht hat. Gerade Letzteres hätte ich beim Ausfall meiner ER-6 sehr gerne gehabt - leider war ja die Batterie leer. Bei 130 Sachen auf der Überholspur einer BAB möchte man schon gern anzeigen können, dass man einen Defekt hat und langsamer wird!!

In derselben Woche habe ich noch meine Freundin spazieren gefahren - sie fand die Sitzbank bequemer als bei der ER und kann nun besser an meinem Kopf vorbeischauen. Allerdings stört sie sich an der Kante unterhalb der Sitzbank.
Im Stadtbetrieb fährt sich die Streety generell viel leichter als die ER - viel weniger Kippneigung und Lastwechsel. Leider ist der erste Gang ein Stück zu lang übersetzt, hab die ersten Tage oft abgewürgt :harr

Leider konnte ich die Streety immer noch nicht schnell bewegen, aber immerhin habe ich sie über Referenzstrecken (Würgauer Berg und Ellerberg) gescheucht. Konnte problemlos mein ER-Sommertempo bei einstelligen Temperaturen erreichen 8o und das mit vorne und hinten Angststreifen in Fingerbreite! Das Fahrwerk ist bombe, fährt sich sehr präzise und vermittelt stets vollstes Vertrauen. Egal ob auf viertklassigen Buckelpisten oder Kopfsteinplaster. Die Bremsen sind sehr direkt und fordern die Feinfühligkeit von routinierten Motorradfahrern - Anfänger könnte die Bremsanlage schnell überfordern. Das ABS ist wesentlich feiner als bei der ER - es regelt um ein Vielfaches öfters pro Sekunde. Das von der ER macht "taktaktaktak" und die Streety macht "trrrrrrrk".

Serienmäßig ist ja der Sportreifen Pirelli Diablo Rossa Corsa montiert. Dieser fährt sich auch bei einstelligen Temperaturen bei warmer wie auch feuchter Fahrbahn wirklich gut - leider trifft das keinesfalls für Regenfahrten zu! Da ist er wirklich gefährlich! Hab ja die ER mit dem MPP durch den Spätsommerregen gepresst und war mit dem Angel GT auch bei Schneeregen unterwegs. Aber gestern war ich wirklich froh als es aufhörte! Hatte trotz defensiver Fahrweise mehrere "oha"- bzw. "ACH DU SCHEISSE!!" Situationen.
1. Situation Kreisverkehr - mäßige Geschwindigkeit, große Radien und am Ausgang ein wenig am Gas gezupft. SOFORT heult der Motor auf und das HR haut nen halben Meter ab keine Vorwarnung.
2. Situation Überholmanöver - sehr weite Linkskurve bergauf, ich beschleunige sachte von 70 auf 90, komme auf weiße Markierungen.. sofort heftig Schlupf.
3. Situation Einmündung Bundesautobahn - ich biege mit mäßigem Tempo zum Beschleunigungsstreifen ein, fühlte sich grenzwertig an. Als der Lenker dann gerade stand hab ich probehalber mal den Gasgriff (glaube vierter Gang) bis zur Hälfte gezogen - sofort Schlupf!
Das verdeutlicht nochmal, dass man die Streety R besser keinem Anfänger an die Hand geben sollte. Die gewöhnliche Streety mit den normalen Bremsen und serienmäßigen Straßenreifen dürfte hingegen ein gutes Anfängermoped sein - aber in der ersten Saison bitte mit 48PS Drossel. Das reicht DICKE - der Durchzug vom Motor ist ab 2000 Umdrehungen wirklich gut, man muss kaum schalten!
Auf den gestrigen 400km machte sich die Laufkultur positiv bemerkbar - meine Hände waren nicht taub wie nach 400km ER. Allerdings passt der Winkel immer noch nicht so ganz - vielleicht änder ich was an der Rastenanlage oder Sitzbank.

Was ich definitiv noch nachrüsten will:
Tankpad (schon da)
Allwettertaugliche Reifen

Was ich möglicherweise ändern werde:
Achsschützer
Scheinwerferanlage (alte Street Triple Anlage)
Übersetzung
Sitzbank
Fußrastenanlage
Rauchgläser für die Blinker
Spaßeshalber mal ohne Windschild und dann ohne Flyscreen fahren

Zudem informiere ich mich momentan über den Triumph-Cup.. Kurven- und Renntrainings stehen nächstes Jahr definitiv auf dem Programm.

Jahresendreflexion 2016:

Ok, ich denke die Saison für Probefahrten ist rum - denke nicht, dass ab Nov die Händler noch Maschinen verleihen wegen dem Salz auf den Straßen. Mir fehlt leider auch aufgrund meiner derzeitigen Lebenssituation die Muße für sowas. Zeit für ein reflektives Zwischenfazit.

Was bin ich 2015 gefahren?
1. KTM EXC 250
2. EX650E

Was wollte ich 2016 fahren?
MT-09, MT-10, ZX-10R, LC4, Super Duke, Street Triple, Chopper und n Cafe Racer (Thruxton R?).

Was ich bin 2016 tatsächlich gefahren?
3. MT-07 (nicht gefahren)
4. Z1000SXT
5. Z750R
6. F700GS
7. Street Triple 675
8. Street Triple R

Wieso kam es so?
Die MT-09 ist leider Schrott, um die MT-10, LC4, Super Duke, Chopper und Café Racer hab ich mich nicht gekümmert, für die ZX-10R fehlte mir das Zeitfenster. Die Zs waren spontane Angebote von Kumpels, die ich dankend angenommen hab! F 700 GS war ein Notfall.

Welche Erkenntnisse habe ich daraus gezogen?
1. Ich stehe auf eher leichte Maschinen mit mittelhoher Leistung und mittelgroßem Motor
2. Ich bin kein Vierzylindertyp
3. Ich bin kein BMW-Typ
4. Ich bin Zwei- bzw. Dreizylindertyp
5. Ich bin Triumphtyp
6. Ich steh auf durchdachte, ausgereifte Konstruktionen
7. Ich steh auf berechenbare, rasiermesserscharfe Fahrwerke

Was möchte ich 2017 fahren?
(Meine Streety R :harr )
R1 oder MT-10 statt ZX-10R (nach einschlägiger Lektüre wäre die wohl von den Fahrcharakteristiken her interessanter als Supersportmaschine und ich kenn ja auch die Z1000SXT, die von mehreren Komponenten recht ähnlich sein sollte)
Harley (ein befreundeter Louisverkäufer hat mir das ans Herz gelegt - geht wohl in Bamberg kostenlos!)
Irgendnen größeren Einzylinder - SMC, Duke 690, Husky 701 oder sowas in der Richtung
Affentwin
Vllt mal nen großen Zweizylinder - vllt. die Super Duke 1290?
Vllt mal ne 750er Gixxer
Vllt die 800er Streety
Vllt mal ne Bonneville, Thruxton, Scrambler, ..
RGV250 (schwieriger Wunsch, weiß schon..)
Hellrider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23-01-2019, 22:53   #3
Hellrider
 
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Ort: Bamberg, SC36 Bj98 + Street Triple R Bj16
9. ER-6n ER650E

ER6n@see und ich haben aufm Thüringentreffen kurz mal die Maschinen gewechselt.. er durfte auf meine Streety R und ich auf seine ER-6n. Diese war quasi unverändert - war halt ein breiter (aber dennoch recht hoher) Lenker, M7RR, Ganganzeige, mein alter IXIL Auspuff und Gepäck montiert.

Der erste Eindruck war irritierend - fühlte sich ein wenig chopperhaft an. Tiefe Sitzposition und ziemlich hoher Lenker - wesentlich aufrechter und nicht so vorderradorientiert. Der Klang war schon echt gut, grad das Knallen des Auspuffs war geil ^^ die Handhabung war allgemein viel undefinierter und entspannter - weil Alles etwas länger braucht - das gilt sowohl fürs Ansprechverhalten des Motors, das Ansprechen der Bremsen und Fahrwerks als auch die Bedienung der Hebel (mehr Weg, nicht so leichtgängig und flutschten auch nicht so spontan zurück wie bei meiner Streey). Beim Überholvorgang sollte man sich seiner Sache ein Eck sicherer sein als auf der Streety, weil man neben der richtigen Gangwahl auch die geringere Beschleunigung berücksichtigen sollte.

Insgesamt war es mal wieder schön auf der ER, aber ich bin schon überrascht um wieviel träger die Kawa ist :huh:

10. GSX-S 1000F

So, die gute Streety steht in der Werke und ich hab n Leihfahrzeug mit Verkleidung gewünscht. Naja, ist halt nur Halbschale, aber immerhin.

Die Optik? Naja is ok, nix Besonderes. Mag vom modernen Japanerlook nur Yamaha.
Der Motor? Typischer japanischer R4, bassig, zieht gut, das Mapping ist aber nicht so cool.. ziemlich nervös in den unteren Gängen :|
Das Getriebe? Erster Gang etwas zu lang, Leerlauf bei ~16. Merkt man beim Anfahren kaum, aber könnte im Stop&Go nervig werden. Motor dreht bis etwa 13000, langt für 253 laut Tacho im sechsten Gang. Mit längerer Übersetzung ginge bestimmt noch ein wenig mehr.. muss aber nicht.
Die Bedienelemente? Voll ok, fühlt man sich gleich wohl bei. Langer Brems- und Kupplungsweg. Cockpit ist halt wieder son typisches Digitalteil.. is ok, ich mags aber lieber analog.
Die Bremsen? Sind ausgewogen - gut dosierbar, nicht giftig, dennoch effektiv. Komische Paarung - vorne Brembosattel, aber anscheinend keine Stahlflexleitungen.
Die Elektronik? Wenige ASR-Stufen, ABS, das wars anscheinend. Voll ok.
Der Windschutz? Gar nicht schlecht, 150 dauerhaft geht gut. 160 sollte auch drin sein. Besser als bei der Streety mit Windschild, schlechter als bei der ER-6f.
Das Fahrwerk? Leichtfüßig, vertrauenserweckend, gutes Gefühl für den Belag. Klares Plus
Die Sitzposition? Breitbeinig (R4 halt), angenehmer Kniewinkel, bequeme Sitzbank. Fühlt sich wie ein Sporttourer an, man kann gut zwischen sportlicher und bequemer Sitzposition variieren. Soziasitz wird mangels Haltegriffen nicht so der Hit sein, aber dennoch ok.

Allgemein halte ich die Maschine für ausgewogen, sportlich, gut fahrbar und designed, aber nicht spektakulär.. ideal für Leute, die ein handliches Bike mit Druck suchen, das aber gediegen fahrbar ist. Mir persönlich fehlt aber das gewisse Etwas.. die Emotionalität.

11. 1. Update Streety:

16500km. Die fehlende Antischlupfregelung hat sich neben den M7RR wieder negativ bemerkbar gemacht. Der Lack hat leider an mehreren Stellen schon ziemlich gelitten.. sind aber nur Details. Die Sitzbank von Roadrunner ist nach wie vor top bis auf dass ich meistens nen nassen Arsch hab. Die Verlegung des ABS-Sensorkabels am Vorderrad sollte zusätzlich mit Kabelbinder gesichert werden.. sonst macht sich das Kabel evtl. lose und schrabbt am Vorderrad auf.. Einheit kostet 116€ und es ist noch nicht durch ob das auf Garantie läuft.. und die Startschwierigkeiten sind nach wie vor da. Vermutlich die Batterie..
Insgesamt aber trotzdem noch sehr zufrieden. Demnächst kommen MPP2CT drauf, verstellbare Soziafußrasten kommen ebenso. Überlege, die Scheinwerfer mit nem Kumpel zu tauschen.. also alte Scheinwerfer auf meine und meine neueren Scheinwerfer auf seine alte Streety.

12. 2. Update Street Triple R:

Das angeschliffene ABS-Sensorkabel wurde wider Erwarten anstandslos auf Kulanz getauscht :daumenhoch:

Den M7RR hab ich nun gegen MPP2CT getauscht.
Der M7RR hatte 5000km runter und war schlicht und einfach unberechenbar. Hab das auf ner längeren Tour bei einstelligen Temperaturen beobachtet: Auf normalen Auto- und Bundesstraßen mit geringem Tempo und wenig Brems-/Beschleunigungsmanöver immer in Ordnung (habe Bremstests gemacht). In Ordnung bedeutet, dass er beim ruppigen Beschleunigen etwas auskeilt. ABER WEHE MAN KOMMT IN SCHRÄGLAGE. Mir hats in nem Kreisverkehr bei nur 30 Sachen und weitem Bogen abrupt das VR weggezogen! Habs auf der Rückfahrt auf der Landstraße dann forciert. Ohne Warmfahren extrem störrisch, er will einfach nur mit Gewalt einlenken. Bin deswegen übrigens mal fast bei 230 auf der Autobahn in ne Leitplanke eingeschlagen! Wenn man ihn dann 2km mit Slalomlinien warmfährt wird er geschmeidig und kurz darauf ultrascharf, er lenkt fast schon mehr als man will! Aber wenn man dann 2km wieder geradeaus fährt will er gar nicht mehr.
Den MPP2CT hatte ich mir etwas anders vorgestellt.. Bei der ER-6 war er stets transparent und hatte Grip ohne Ende. Auf der Heimfahrt vom Reifenwechsel bin ich nach 30km etwas zügiger gefahren.. lange Linkskurve, normal mit 100 hinter Autos hinterher und.. auf einmal wedelt das Heck 50m lang hin und her 8o bin seitdem noch mehr piano damit gefahren, hab noch je 2cm Schräglagenreserve hinten. Wenigstens hat er sich auf den bisherigen Touren transparent angefühlt, also hat nicht ständig sein Lenkverhalten gewechselt oder sowas.

Ich denke daher, dass meine Hinterradtänzeleien vor allem mit meiner Gashand und der aggressiven Auslegung der Streety R zu tun haben.

Die Street Triple an sich fühlt sich immer noch geil an. Bin vorhin wieder 100km gefahren.. dieser Sound, Durchzug und das Handling!
Was ich heute vermisst hab waren eine Griffheizung und eine besser einstellbare Zugstufenschraube an den Gabeln. Der Lenker verdeckt die leider, sodass man auf selbstgebautes Spezialwerkzeug angewiesen ist.

Der Plan mit den alten Doppelscheinwerfern steht immer noch.. hab mir passend dazu als Alltagsjacke ne alte Held Brandon gekauft. Quasi in Wagenfarbe.


Jahresfazit 2017
In Anlehnung an das Jahresfazit 2016:

Was wollte ich 2017 fahren?

Meine Streety R :harr Check
R1 oder MT-10 statt ZX-10R Zählt die GSX-S 1000F?
Harley Ich saß immerhin auf einer.
Irgendnen größeren Einzylinder Uncheck
Affentwin Uncheck
Einen großen Zweizylinder Uncheck
750er Gixxer Uncheck
800er Streety Uncheck
Vllt mal ne Bonneville, Thruxton, Scrambler, .. Immerhin drauf gesessen
RGV250 Uncheck

Was will ich 2018 fahren?

1000er Supersport oder Superbike
Einen großen Zweizylinder
Einen großen Einzylinder
Und natürlich meine Streety ^^
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Alt 23-01-2019, 22:59   #4
Hellrider
 
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13. Suzuki Jimny 1.3 (ADV)

Ein ungewöhnlich langes, breites und hohes Motorrad. Es gibt hinten eine nichtverstellbare Sitzbank und vorne zwei Einzelsitze - wie eine Supersport! Sie haben sogar einen Sissybar und sind beheizbar. Die Sitzhaltung eher altherrenhaft, dafür ist die Übersicht sehr gut. Der aus der Hayabusa abgeleitete Motor ist mit 84PS und 110Nm eindeutig auf Durchzug im mittleren Bereich abgestimmt. Das Getriebe ist sportlich kurz übersetzt, das Schaltgefühl ist nicht allerdings nicht das allerschärfste. Bis 100 Sachen zieht das Moped für sein Gewicht recht passabel durch, aber der 1600er Motor aus dem SX4 hätte nicht geschadet, insbesondere im unteren Drehzahlbereich. Die Schräglagenfreiheit ist sehr begrenzt, seltsamerweise lehnt sich das Moped in Kurven auch in die falsche Richtung. Da muss Suzuki definitiv noch nachbessern, ganz ungewohnt. Ein großer Pluspunkt ist der gute Wetterschutz und das große Topcase - 12 Sprudelkästen gehen rein (ist mit Beifahrerin dann aber schon überladen), in der Rangerausstattung (uA Trenngitter und Einknöpfplane) kann man auch guten Gewissens ein geschossenes Reh einladen. Auch Stöckelwild könnte man mit umgeklappten Sitzen im Kofferraum erlegen.



Spaß beiseite, jetzt mal wieder was mit Mopeds. Beim Weg zur Post fiel mir auf dem Parkplatz vom Hondahändler ein Challenger auf - sabberlechz, genau mein Ding. Ging rein und fragte, ob man den mal leihen könne - geht nicht, Kiste geht zum Verkäufer zurück, da er dem Händler einen Unfall verschwiegen hat :tongue: hab mich stattdessen mal mit den Mopeds befasst

14. Hondas

Africa Twin - überraschend hohe Sitzposition - Hightowerstyle! Schaut auch cool aus, die Kiste. Aber ich würde nicht mit DCT nach Afrika fahren. Soziussitz mit den Haltegriffen auch gut!

Honda Rebel - schick, aber die Sitzposition ist blöd. Weder sportlich noch richtig gemütlich. Verführt zu falscher Fußpositionierung (mit der Hacke auf der Fußraste)

X-ADV - kein Knieschluss? Nichts für mich.

CBR500R - attraktive Überraschung! Schaut gut aus, sitzt sich gut drauf (ähnlich einer ER-6f mit Superbikelenker).. ein Geheimtipp?

NC750S, CB650F - Brot- und Buttermodelle. Ok, aber da springt bei mir nix über.

CBR1000R - Leck mich fett, da sitzt man ja so drauf wie wenn man Schuss die Piste mit den Skiern abfahren würde! Reines Tracktool, schaut geil aus, 2000€ reduziert (15000€), so bequem wie ein Cockring.

15. Street Triple 765RS

Gestern meine treue 675R beim Freundlichen für den 20000er (etwas verfrüht) abgegeben. Überraschenderweise konnte die Reperatur doch binnen eines Tages durchgeführt werden, hab also nach ner Leihmaschine gefragt. Erst gings um ne Versys 1000, aber dann haben die guten Herren mir zu meiner Überraschung eine nagelneue 765RS in die Hand gedrückt! Man war ich verzückt!

Ok. erstmal zum Aussehen. Im Grunde genommen hat sich nicht viel verändert, ein paar Details sind aber doch schöner geworden - der Auspuff, die wertiger ausschauenden Scheinwerfer und der Luftansaugkanal über den Scheinwerfern. Gut, der Lack ist nicht ganz mein Geschmack, aber die gibts ja auch in schwarz. Der ist aber ultraempfindlich - hab beim Abholen die schwarze 765S vom Kumpel gesehen. Das Fett von der Kombi sieht man super extrem! Schaut dann nach Abriebspuren aus.

Draufgesetzt - Sitzhaltung wie gehabt, aber griffigere Griffe und etwas aufrechter. Sitzbank ist bequem, dezent zu niedrig, hat aber auch einen schmalen Knieschluss dank Schräge.

Die Bedienelemente haben sich minimal geändert.

Ganz neu ist hingegen der TFT, der den LCD bei fast allen aktuellen Triumphs abgelöst hat. Dort ist nun auch die Temperatur und die Fahrmodi angezeigt, allerdings keine Temperatur- und Reichweitenanzeige mehr. Zu Anpassungsmöglichkeiten informiert euch besser in irgendwelchen Videos oder Artikeln, hab mich damit gar nicht befasst.

Ok, losfahren zur Tankstelle. Kupplung kommt sehr spät und sanft, kann aber auch dran liegen dass sie nagelneu ist. Motorcharakteristik ist sehr ähnlich zur Vorgängerin - klingt gut, zieht gut, zickt nicht. Im Vergleich zur 675 merkt man etwas mehr Druck, im Grunde genommen schon zuviel. Soll auf dem Prüfstand übrigens um die 128PS bringen! Merke beim Abbiegen, dass ich meine Spiegel nicht eingestellt hab. Hole ich an der Tanke nach - geht problemlos, die Spiegel sehen auch gut aus. Leider bleibe ich gelegentlich dran hängen (z.B. beim grüßen) und die Einsichtigkeit ist geringer als bei meinen Spiegeln.

Da die Maschine nagelneu ist, fällt der Rückweg über die Autobahn aus - darf nur 5000 Touren = 100km/h fahren und daran halt ich mich, wenn mir die Werke schon so ein Juwel in die Hand drückt.

Na gut, auf die Bundesstraße, auf in die Hassberge.. trotz Jungfräulichkeit und absoluten Semislicks signalisiert die Maschine klar, dass sie gerne in diesem etwas kühlen Frühlingswetter artgerecht gefahren werden möchte und ich tu ihr den Gefallen. Und sie geht traumhaft durch die Kurven! Transparent, vertrauenserweckend, souverän. Ich fahre die üblichen Strecken und habe fast schon das gleiche Tempo wie mit der eigenen Maschine drauf (Kurventempo, nicht Höchstgeschwindigkeit!). Ein Traum.. ist wie meine Banknachbarin in der Uni. Meiner Freundin nicht unähnlich, aber etwas hübscher und an den richtigen Stellen draller. Die Banknachbarin hat aber auch Eigenschaften, die sie für mehr als ein Abenteuer ausschließen und so ist es auch mit der 765RS. Der Preis und die Leistung sind einfach zu hoch, sie hat 30PS zuviel. Die fährt im Zweifelsfall mit mir und nicht andersrum..

Aber vielleicht denke ich in 3 Jahren anders darüber. Dann hat meine 675R vorraussichtlich mehr als 50000km und vielleicht bin ich dann in der Lage und willens die Grenzen weiter nach oben zu verschieben. Eine Neumaschine von Triumph kommt nicht mehr in Frage - der Hersteller ist in Sachen Garantie nicht sehr kundenorientiert und das Händlernetz verdünnt sich gerade aufgrund von neuen Bedingungen des Importeurs gegenüber den Händlern. Die teuer bezahlte Anschlussgarantie ist an Kundendienste von Markenwerkstätten gebunden - ich fahr jetzt schon einfach 60km entweder nach Norden oder Süden.. grad so am Rande des Akzeptablen.

Der freundliche Meister hat mich nach der Meinung zu dem Ding gefragt und wollte mir das Ding gleich andrehen, haha! Und bestimmt meine R in Zahlung nehmen. Netter Versuch, aber: Nix da, die 675R bleibt! Und meine Freundin auch! Bei der Heimfahrt wusste ich auch wieder genau, was ich an ihr hab. Sie macht einfach Spaß und wir haben uns so gut aufeinander eingestellt.. und selbst auf der freien A73 hab ich nur einmal den Begrenzer erreicht.. was will ich denn mit 25PS mehr?

16. GSX-R 750 (V)(1997) Streetfighter

Wollte schon mal ne Weile wissen wie sich eine umgebaute Gixxer fährt. War vorhin auf einer Hochzeit von nem Motorradfahrerpärchen, das sich einen Spalier gewünscht hat. Hab noch nie eine so laute Hochzeit erlebt mit so viel Rauch!

Jedenfalls durfte ich den frisch umgerüsteten Streetfighter der Braut entführen.

Gesagt, getan - ich fragte nach Besonderheiten - die Bremse soll wohl zum Schlingern führen. Draufsitzen - fühl mich wie ein Hamster. Man sitzt sehr aufrecht mit spitzem Kniewinkel - gefühlt sind die Knie über der Hüfte. Gang einlegen - ok, Hebel geht schwer.. losfahren.. geht nett, so um die 3000 (DZM geht nicht) gibts eine Stufe ab dem stufenartig die Leistung kommt. Die Maschine beschleunigt in etwa wie meine Streety, einen Ticken stärker aber nicht viel mehr. Hat ja anscheinend im Neuzustand auch "nur" 128PS bei ~225kg fahrbereit. Maschine klingt gut, geht gut durch die Kurven und ist furchteinflößend beim Bremsen.

Nettes, rotziges Ding, macht Spaß.. aber nichts für mich.

17. 2014er RSV4RR

Ahh, endlich mal eine Supersport, und dann gleich eine der Böseren! War mit den netten Leuten der Hang Off Crew (FB..) gestern und heute unterwegs, vorne weg der Bräutigam / Leithammel, hinter ihm neu dabei der Ragnar und ich.

Ersteindruck fand also durch das Hinterherfahren statt - eine optisch sehr gefällige, rotzig klingende und etwas stinkende Maschine. War zwischendurch dann der Vorausfahrer und mein Verdacht, dass die RSV sich eher auf weiten Kurven wohl fühlt denn in Spitzkehren kam auf.

Abends durfte ich dann selbst drauf - zuerst im Regenmodus. Schon das Rausfahren aus der Hauseinfahrt (abschüssig, teilweise nur Kies und kaum einsichtig) ist anstrengend. Angenehm fallen mir die schmalen, langen Hebel auf - erinnert mich an das alte Rennrad meines Vaters. Ok, abgebogen, auf der Straße gerade gezogen und gemütlich durch den Ort, dann ein Mal über eine bucklige Landstraße durch den Wald. Habe zwei Dinge gleich gemerkt - sie ist nicht für die Landstraße gemacht. Es fällt schwer, bei engeren Kurven einen sauberen Strich zu ziehen, bei der ich mit der Streety oder auch mit der ER entspannt und präzise durchfräs. Durch die Sitzposition - man fühlt sich mehr wie eine gut verzurrte Gepäckrolle denn als "eingebautes" Teil des Motorrads wie bei modernen Nakeds - hat man auch viel mehr mit Unebenheiten zu kämpfen. Auf ebenen, weiten Kurven zeigt sie aber ganz klar was sie will und was sie kann! Die Auslegung bettelt quasi nach Hang Off. *DISCLAIMER* Den Hang-Off habe ich in einer weiten Kurve mit 500m Einsicht probiert, ich weiß was ich tue und fahre sonst nie H-O auf der Straße. Dass der H-O völlig unnötig war versteht sich von selbst, es war ein reines Ergonomieexperiment.*/DISCLAIMER* Wo ich mit der Streety schon zu arbeiten muss um meinen Kopf im Hang-Off überhaupt auf Höhe des Außenspiegels zu bringen, fällt mir die Einnahme der "perfekten" H-O-Position (Ellbogen, Knie und Helm bilden soweit wie möglich auf der Kurveninnenseite eine Einheit) auf der RSV leicht. Ich weiß nicht, ob die Maschinen für den H-O oder der H-O für diese Maschinen entwickelt wurden, möglich wäre beides. Jedenfalls ist die Maschine auch 0 auf Komfort ausgelegt - es reicht schon ein langsam überfahrenes Schlagloch um mir die Eier empfindlich zu komprimieren!

Zurück am Treffpunkt stellt mir der Besitzer den Trackmode an - nun steht die komplette Motorleistung zur Verfügung. Als ich das erste Mal Gernots Kilo-Z fahren durfte hatte ich das Gefühl, dass mir die Beschleunigung mein Hirn an der Schädelrückseite komprimieren würde. Ich habe dieses Gefühl und das zunehmende Gefühl einer Kontrolllosigkeit erwartet - beides ist nicht so wirklich eingetreten, man merkt aber sehr deutlich wie extrem diese Maschine ist. Das Risiko das Verkalkulierens ist sehr groß - man ist sehr schnell in einem Bereich, in dem man die mächtigen M50 Bremsen mehrere Sekunden lang gut bemühen muss um sicher durch die Kurve zu kommen! Der Motor mit seinem rotzigen Sound und der seidigen Gasannahme verführt sowieso dazu.

Man kann also sagen, dass die RSV ein reines Tracktool ist. MMn ergibt sie nur da wirklich Sinn - Winkelwerk mag sie nicht und so richtig Spaß macht sie erst bei großem Tempo, das man auf öffentlichen Straßen nicht fahren sollte! Jedenfalls war ich dann doch froh, sie wieder hinstellen zu dürfen. Was angesichts des unpraktisch positionierten Ständers auch nicht leicht war.

18. ER-6n ER650A Serienzustand

Prinzipiell ein spaßiges Ding, mit dem man zügig fahren kann. Aber die Geometrie fand ich furchtbar - mit der tiefen Sitzbank und dem serienmäßigen Lenker fühl ich mich an die Gartenkralle (Gartengerät..) erinnert. Da man so schmal und touristisch orientiert sitzt hat man kaum Gefühl für das Vorderrad und keinen echten Hebel. Ein Superbikelenker sollte aus dem Moped allerdings ein echtes Spaßgerät machen..

Zwischenreflexion 2018:

Ja cool. Erst drei Monate Saison durch und schon 2 Wünsche von 2018 und sogar 2 von 2017 abgefrühstückt!

Was hab ich gelernt? So ne Streety RS ist verdammt lecker, die Gixxer ist irgendwo cool aber hat zu wenig Charakter. Supersportler sind echt interessant zu fahren, aber nicht so ganz meine Welt. ´

Worauf hab ich Bock? Will mal bockige Ruckelkisten fahren. Ne LC4, ne 1290er. Tuono. Und MV. Und mal was Kleines.. ne 125er, 250er, will wissen auf welchen Kisten man als 16jähriger rumschreddert. Hatte ja leider nie das Vergnügen.. viel Fahrrad, ein wenig Pizzabote aufm Roller und dann gleich auf die 600er.

Werden im Juni die DT250 vom Kumpel reparieren.. bin man gespannt wie sich das Teil so fährt!

Achso, ich mach mal n Update:

19. 3. Update Streety

Bin nun bei 20000km, 2000km nach dem Kundendienst und 3000km auf dem MPP2CT. Der funktioniert übrigens seit April supergut auf der Landstraße.. und auf der Kartbahn auch mit Abstrichen, aber die Rutscher führ ich auf die Piste zurück (Kumpel auf MV F3 auf Rosso 3 keilt dort auch ohne bestimmten Anlass rum). Bin kurz davor, die Maschine tatsächlich im Landstraßenbetrieb zu beherrschen.. habe in letzter Zeit etwas mit der Fahrwerkseinstellung und Lenkerneigung gespielt. In diesem Zuge habe ich auch die störenden Spiegel gegen Lenkerendspiegel ausgetauscht. Die sind praktischer und geben der Maschine einen teuflischen Look, bin aber mit der Montage noch nicht ganz zufrieden. Verspüre immer noch keine Lust auf mehr Leistung, selbst auf der Autobahn zieht die bis zum Begrenzer (Tacho 230) perfekt durch. Und falls doch gibt es anscheinend immer noch die Möglichkeit mit einem Sportauspuff 5kg zu sparen und ein paar PS dazu zu gewinnen (gemessene Leistung..). Wenn der Reifen fällig ist, werde ich den Kettensatz durch einen identisch übersetzten tauschen. Ich überlege noch, ob ich die Rundscheinwerfer verbau.. und ob ich irgendwann mal den grünen Lack, der eigentlich für mein Auto gedacht war (Spiegel zerkratzt..) für die Streety hernehm. Ist zufällig British Racing Green.. würde bestimmt klasse aussehen.

20. Speed Triple RS

Erster Eindruck - Keyless Entry, total komplizierter Bordcomputer, WTF? Egal, Bedienung erklärt sich fast von selbst. Motor pfeift nicht, Arrowauspüffe sind leiser als gedacht. Die ersten Kilometer auf der Landstraße und Stadt.. fährt sich sehr unkompliziert, genau das richtige Maß an Kraft zum Einlenken nötig. Spurstabil, aber nicht störrisch. Auf Unebenheiten satt. So wies sein soll, ein wenig besser als die Streety. Dabei unaufgeregter, aber hats faustdick hinter den Ohren! Man merkt, wie die TC oft gegen meine Gashahn regelt. Nicht unangenehm, aber doch deutlich. 1000er sind immer noch nicht meins. Da sich im Schiefergebirge der Regen gesammelt hat (der Supercorsa SP muckte nicht), bin ich das Stück auf der Autobahn zurück. Das war das erste Mal, dass ich auf einem Motorrad geweint hab - ab 200 hat man das Gefühl, dass man vom Motorrad gezogen wird. Beim dritten Anlauf hab ich mit Müh und Not die 240 gereicht, für mehr reichen meine Eier und Körperspannung nicht. Es liegt vllt am fehlenden Flyscreen, aber mir wird das Vorderrad zu leicht und der Winddruck zu groß um die ~260km/h Spitzentempo auszufahren! War nach den 15km Autobahn echt geschafft..

Insgesamt doch sehr geil, aber der saftige Mehrpreis ggü. meiner 675R bietet mir persönlich nicht genug Mehrwert. Zumal sie vermutlich mehr Fehlerquellen aufweist mit Keyless Entry, krassem Bordcomputer, IMU und TC.
Hellrider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23-01-2019, 23:04   #5
Hellrider
 
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21. Honda Hornet 600 PC41 (48PS Drossel)

Durfte heute die Hornet meines Kumpels testen, der trotz geringer Fahrpraxis selten aus dem Spiegel verschwindet. Und es ist mir fast ein Mysterium, wie er das macht :harr

Aber fangen wir doch mal von vorn an: Die Maschine ist serienmäßig bis auf die 48PS Drossel, Superbikelenker und V-Trec Schalthebel. Die Sitzposition erinnerte mich entfernt an die ER650A, sehr tief (in der Maschine), enger Kniewinkel und der Lenker vergleichsweise hoch. Die Kupplung kommt sehr spät (Einstellungssache?) und etwas undefiniert, die Schaltung ist butterweich, aber die Bremse ankert hart. Die Bremskolben scheinen die gleichen zu sein wie bei meiner Street Triple R, gute Ware! Aber der Motor?:kaffee der Kumpel meint ja, es sei eine mechanische Drossel die man etwas überdrehen könne, ich aber nicht so hart drehen sollte. Bin aber gefühlt kaum vorwärts gekommen.. selbst bei >9000 U/Min gings kaum vorwärts und auch ansonsten war das Alles recht soft. Wenigstens scheint das Mapping zu stimmen. Frag mich, ob die offen annähernd wie ne Street Triple geht.. das Fahrwerk hingegen wirkt gut.. nicht zu hart, nicht weich, gute Rückmeldung, aber leidet halt an der Ergonomie, die kaum Gefühl fürs Vorderrad aufkommen lässt. Eine Sitzbankerhöhung ist für Leute >1,70m quasi Pflicht. Generell als 48PS nicht schlecht, verzeiht einige Fehler und man lernt den Schwung in der Kurve zu halten. Bin mal gespannt, wie mein Kumpel in nem halben Monat mit offenen Maschinen abgeht ;}

22. 4. Update Streety

24000km, davon 3000 mit güldener ZVMX Kette und CSA3; 100km mit Arrowtüte und neuem Mapping

Ich bemerke eine deutliche Veränderung in meiner Haltung zur Streety und meinen Motorradbedürfnissen. Fangen wir mal in der Haltung zur Streety an: Ich habe diese Saison einen Schwerpunkt auf möglichst sauberes Fahren gelegt. Blickführung, Bremstechnik und Linienwahl sitzen dank der vorigen Saison gut und wurde ausgebaut, meine größten Schwachpunkte waren der Umgang mit dem Antriebstrakt. Gangwahl und der Umgang mit dem Gasgriff.. was ja der Hauptgrund für meinen letztjährigen Abflug war. War auf einer 3000km langen Gebirgstour (uA Schweiz und Schwarzwald), bei der ich das exzessiv geübt habe mit dem Ergebnis, dass ich nun auch im ersten und zweiten Gang relativ sauber und schnell fahren kann. Was mir aber auffiel, dass sich die Linie irgendwie nicht so richtig ergibt.. hab lange überlegt woran das lag. Hab an meine ER-6 Zeit gedacht: Nach der Probefahrt von Gernots EX650E mit Superbikelenker war ich so beeindruckt, dass ich mir den auch gleich gekauft hab. Vielleicht rede ich mir das ein Stück weit ein, aber gefühlt war der Winkel von den Armen her perfekt! Der Unterschied zur Streety? Ich denke, der Lenker war tiefer und weiter vorne montiert. Der Abstand von Sitzbank zum Lenker ist zu kurz und der Lenker ist zu hoch, dadurch habe ich kein Gefühl zum Vorderrad. Und auf dem Bergaufkopfsteinpflaster, einer häufigen Alltagsstrecke, fängt die Streety zu hüpfen an weil auf dem Gasgriff quasi null Spiel hat. Der Lenker bringt mich anscheinend dazu, unwillkürlich bei lockerer Körperhaltung ständig Lastwechsel zu erzeugen. Also habe ich den Lenker zum Tank hin 40° nach unten gedreht.. mit dem Ergebnis, dass ich etwas mehr Gefühl für das Vorderrad hatte, die Streety vorm Dom nicht mehr hüpft und ich große Schmerzen am Ende der Gebirgstour hatte, da die Hände permanent etwa 20° eingedreht waren. Hab mir einen AX01 Lenker, also die gleiche Bauform wie der LSL A01 auf der ER-6f montiert - zu hoch, zu gekröpft (zu mir hin gedreht). Hoffe, dass der bestellte AX00 morgen kommt und die Ergonomie stimmt. Sonst beiß ich in den Lenker und muss ganz stark über nen Wechsel nachdenken!

Das ist meine Überleitung zum Thema Motorradbedürfnisse: Durch den Kauf meines seltsamen allradgetriebenen Geländemotorrads brauch ich das Motorrad nicht mehr als Nutzfahrzeug zum Autobahn fahren (is eh nur noch Wahnsinn!) oder um die Freundin rumzufahren, was früher 1/3 meiner Kilometer ausgemacht hab. Ich kann also die Schwerpunkte auf Touren, Stadtverkehr und Rennstrecke setzen. Ich will eine wendige, aber nicht zu agile Maschine. Streety ist zu agil, aktuelle Speedy ist grad richtig. Ich will entspannt langsam fahren können, insbesondere in der Stadt. Ich will Windschutz. Und natürlich genauso sportlich oder gar sportlicher als bisher fahren. Also idealerweise einen Sporttourer, aber da gibts leider fast nichts mehr. Und ich sehe es momentan nicht ein, mehr als 10000€ in ein Motorrad zu stecken. Und es muss rocken! Was kommt also meinen Bedürfnissen am Nächsten? Speed Triple RS fällt aufgrund des Preises noch ein paar Jahre raus. Street Triple 765RS gibts mittlerweile in der Kategorie, müsste nochmal genauer hinschauen bezüglich der Ergonomie. Vielleicht etwas überagil, aber hat auch genug Punch und scheint technisch gut gelungen zu sein. GSX-S 1000F gewinnt sicherlich viele Punkte in Sachen Punch, Stabilität und Preis-Leistungsverhältnis. Aber der Motor ist etwas langweilig, das Aussehen nur ok und das Mapping müsste man anpassen. Was mich derzeit am meisten anmacht ist die Tuono V4.. die 1100er scheinen etwas zu teuer zu sein, aber die 1000er stinken sicherlich auch nicht ab! Es stellt sich aber die Frage nach Langsamfahreigenschaften und technischen Problemen (Zuverlässigkeit? Ersatzteillage?).

Aber vielleicht krieg ich die Streety ja doch noch eingestellt und die Liebe flammt wieder mit voller Glut auf? Das Fahrwerk und der Motor wissen immer noch zu begeistern, auch wenn der Punch nicht mehr so kickt wie früher. Fühle mich wie ein typischer Junkie - fängt mit Energydrinks (ER-6) an, macht mit Koks weiter (Streety) und ist nun kurz davor, sich dem Heroin (1000er) hinzugeben.

23. 5. Update Streety

Nach vielen Versuchen und Missgeschicken (10000€ Maschine, aber Hauptsache an den Schrauben sparen!!) passt die Ergonomie der Streety wieder (bzw. das erste Mal). Das macht sich sofort bemerkbar: Ich bin meine üblichen Teststrecken im Steigerwald mit so einer Selbstverständlichkeit zügig durchgeflogen, dass ich mir ne 1000er wünsche. Bis ich im nächsten Kaff merkte, dass ich wieder unwillkürlich 80 innerorts draufhatte.. :floet

Hab jetzt jedenfalls das Ding untergestellt und lass die jetzt mal ne gute Woche stehen. Mit viel Glück kann ich sie nächsten Montag/Dienstag aufm Sachsenring auspressen.. momentan unverändert auf Platz 3 der Warteliste.

Noch ein paar Gedanken zu den letztens aufgeführten 1000ern: Die GSX-S 1000F scheint so ne Art ER-6f in größer und sportlicher zu sein. Zuverlässig, bezahlbar, spaßig, aber auch ziemlich verbaut. Denk ja noch mit Grauen an den versteckten Kühlflüssigkeitsbehälter der EX650C zurück.. die Tuono ist ebenfalls zuverlässig, aber anscheinend noch verbauter als Kawa! Und ob ich so nen fahrbaren Computer mit APRC wirklich will? Der Reiz am Motorradfahren ist für mich eben auch, dass man damit noch wirklich selber fährt im Gegensatz zu modernen Autos und vielleicht auch diversen Motorrädern (laut Micha werden ja diverse S1000R in seiner Klasse nur durch die Elektronik vorm Abschmieren

24. 6. Update Streety

200km später, neue Gedanken, auch von Gernot inspiriert. Der neue Lenker hat die Streety für mich zu einem anderen Fahrzeug gemacht - gleichzeitig spielerischer im ganz engen Geläuf und viel sicherer und stabiler bei hohen Tempi. Hatte vorhin gedacht ich hätte Kupplungsschleifen, dabei war ich zufällig schon mit 180 auf der Holperpiste unterwegs.. :harres fehlt subjektiv der Kick. Ich fahr nun hochtourig in niedrigen Gängen, wenn ich Spaß haben will. Die Meisten würden sich nun eine 1000er kaufen.. aber.. ne, ich glaube das Potenzial ist noch nicht ausgereizt, grad auf der Renne. Ich sollte mal ne Weile lang nur nen langsamen Bock fahren, zum Glück bin ich ja dabei die DT175 vom Kumpel zu richten (die ich fahren darf):daumenhoch:will diesen konsumistischen Größerhärterschnellerimpuls überwinden. Man lässt sich ja auch nicht scheiden, wenn man einen Bereich gemeinsam ausgereizt hat und nicht mehr geht..

25. BMW/Yamaha

War kurz beim BMW/Yamaha Händler zum Probesitzen.

Tracer 700 / 900: Kniewinkel ok, Lenker viel zu nah dran.

MT-10: Erinnert mich ziemlich an die Streety. Lenker zu nah dran. Leider kein Vorführer verfügbar.

S1000R: Das könnte was sein. Evtl. gibts nächste Woche nen Vorführer.

S1000RR: Nur für die Rennstrecke.

War dann noch ein paar Runden aufm Ellerberg und Würgauer Berg. Die Streety ist wirklich klasse angepasst, man kann damit so mühelos und zügig durch die Kurven und wieder raustänzeln! Leider habe ich immer noch nur an manchen Stellen die Linie richtig raus, die Streety zeigt jeden Fahrfehler in der Linienwahl und Blickführung gnadenlos. Vielleicht sollte ich sie einfach weiterfahren, auf ner 1000er würde ich bestimmt schludrig fahren.
Hellrider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23-01-2019, 23:23   #6
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26. H2SX SE

Kurzfassung:

Man nehme ein großes Pizzabrot und belege es mit Käse, Salami, Schinken, Hackfleisch, Speck, Würstchen und ner fetten Ladung Heroin.

Ausführlich:

Wie gesagt hatte ich ja meinen Mehr-Leistungs-Kompex und wollte auch vorher mal was richtig schnelles fahren. Da ein außerplanmäßiger Reifenwechsel (wieder CSA3) anstand, hab ich mir über Gernot Reifen bestellt, die er dann zu seinem Kawasakihändler (Goos in Keidenzell) geliefert hat. Da ich nur heute um 0800 einen Termin haben konnte und um 0930 eh zum Zahnarzt musste, traf sich das gut.

Hab also die Leihmaschine empfangen.. zerklüftet und mächtig schaut sie aus, aber auch nicht aufgeplustert und mit übergroßen Zwillingsauspuffanlagen versehen wie so viele 1000er und Konsorten. Der Mechaniker hat sie zunächst noch etwas aufgetankt (mit normalem Supersprit! E10 ginge auch) und mir den Computer eingestellt. Dieser bietet eine übersichtliche Auswahl an Einstellungen, interessant ist die Schräglagendiagnose. Man kann die maximal gefahrene Schräglage anschauen! Beim Starten fiel mir zunächst auf, dass man sich trotz der 270kg normal draufsetzen kann.

Der Start und Motor an sich klingt genau wie Gernots Z1000SX. Die Kupplung fühlt sich sehr ähnlich an, ist ebenfalls hydraulisch übersetzt. Sie ist recht gut, aber ich tat mich schwer, den richtigen Punkt zu finden. Geht bei mir nicht so richtig ins Blut über. Generell hat mir die Ergonomie nicht so recht getaugt - die Lenkerstummel sind zu gekröpft und sind zu nah dran und die Sitzbank zu niedrig. Hatte wie auf der Z1000SX auch Armschmerzen. Der Motor schiebt sanft und progressiv an, trotz dem extremen Durchzug und Leistung kein Krawallo! Der Motor neigt zu minimalen Lastwechsel und ab 2000 Touren weiß der Motor nicht so recht, ob er bremsen oder schieben soll. Im Berufsverkehr schlägt sich die H2SX recht gut, beim Anhalten stört mich die Fußraste etwas und beim Losfahren die Kupplung auch etwas. Generell sieht man in den Spiegeln nur das, was links und rechts vorm Fahrzeug ist. Aber man hat keinen Einblick auf den Rückverkehr.

Nach 50km Berufsverkehr kam nördlich von Forchheim endlich das Ende des Tempolimits.. also schön ohne runterzuschalten den 6. Gang von 100 aufdrehen.. freilich kam nichts hinterher und ich war bei der ersten Kurve auf 270, da sich das alles so normal anfühlte. Es trug mich plötzlich allerdings doch etwas nach rechts raus, da ich noch nie so schnell gefahren bin und ein paar Querfugen kamen. Nichts Wildes. Habe es trotz mäßigem Verkehr nur 2 Mal geschafft bis Bamberg ans Limit zu kommen, da ich von Linksspurschleichern blockiert wurde. 299 fühlen sich völlig normal und absolut beherrschbar an! Die Bremsen verzögern auch sehr gut und sind sehr dosierbar, passend zum Aggregat. Angekommen beim Zahnarzt musste ich erstmal 2 Minuten überlegen, bis ich herausfand wie man den Seitenständer runterkriegt. Das Problem war, dass man ihn mit der Hacke erwischen muss, da die Zehen ausschließlich den Zentralständer erwischen.

Nach dem Zahnarztbesuch bin ich übers Land gefahren.. die S21F/RF hatten im kalten Zustand bei ca. 25° Schräglage ein Kippmoment, das mich erschreckte. Bei der Autobahnabfahrt bzw. dem Einbiegen auf die Staatsstraße meldete sich überraschenderweise die Traktionskontrolle, obwohl ich nicht ansatzweise hart am Gas war. Im warmen Zustand hingegen machten die S21 aus dem 270kg Tourenkraftprotz ein relativ agiles Fahrzeug. Freilich bekam ich damit nicht ansatzweise die Präzision meiner Streety hin, aber gut durch die Kurve und alle sonstigen Landstraßenbedingungen kommt man definitiv! Am meisten Spaß machen aber Überholvorgänge. Kolonnen auf ner langen Geraden zu überholen schaut ungelogen so aus :harrecht lustig, die ganzen Spritzer in ihren Golf GTI, BMW, Audi und die SUV-Rambos gnadenlost daherzubrennen. Auf der Landstraße bin ich dann ohne Gehörschutz gefahren, obwohl er wegen der geringen Windbelastung auf der Bahn auch nicht nötig gewesen wäre. Das Geräusch vom Ablassventil ist schon nett.. musste an den Röhrl und seinen S1 Sport Quattro denken :harraber der H2 Motor klingt ja leider nicht ansatzweise so gut.

War auf jeden Fall eine lustige Sache und die Maschine ist die richtige Wahl für Leute, die einen zünftigen Powertourer suchen. Einfach die ganzen Prolls, SUVs und GS nach Herzenslust und mühelos verblasen, ohne ständig tanken zu müssen oder auf unnötig dicke Hose zu machen.

Für mich hingegen ist es nichts, war doch sehr froh meine Streety wieder zu haben. Sie macht sofort genau das, was du machst. Ein Präzisionswerkzeug, das aber auch die eigenen Defizite sofort gnadenlos aufzeigt. Und sich dabei noch angenehm anfühlt, geil klingt und auch mehr als genug Bums hat.

Jahresendreflexion 2018:

Nicht wundern über diesen komischen geistigen Erguss, habe vorhin mittels Unmengen Koffein meine Hausarbeit grad noch rechtzeitig hingebogen. War nix Tolles, hoffentlich ist dieser Text hier besser:

Motorräder sind Skulpturen, mit denen man Performances machen kann.

Was meine ich damit? Wir sind doch keine armen Leute, für die das Moped das Fortbewegungsmittel sind. Motorräder sind heute Lifestyleprodukte, die nicht selten zuungunsten der Funktionalität ein bestimmtes Aussehen verpasst kriegen. Manche wie ein gewisser Herr Bloor machen sich es sogar zu nem sich selbst finanzierenden Hobby, eine alte Marke aus der Versenkung zu holen, um die sprichwörtliche Flamme zu erhalten. ("Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.")

Grad hier die meisten Forenleute basteln auch fleißig an ihren Mopeds, insbesondere auch was die Optik betrifft. Das Resultat ist, dass selbst in unseren Gefilden unsere Mopeds sehr gerne intensiv und bewundernd betrachtet werden, selbst wenn die gleiche Maschine von Fahrschulen gefahren wird (so passiert mit meiner ER damals). Dieser Effekt potenziert sich in anderen Ländern noch, die diese Art der Fahrzeugkultur so nicht kennen. Aber für die meisten Mopedbesitzer bleibt die Maschine dennoch ein Fahrzeug.. also mehr als eine Skulptur. Was ist denn auch das Fahren anderes als eine Performance? Es ist doch ne supergeile Show, wenn Jemand mit einem guten Sound und guter Fahrtechnik eine Buckelpiste rauf- und runterbrät. Auch wenn nicht Alle diese Kunst zu schätzen wissen und so mancher Künstler sich und Andere dabei ins Jenseits schießt.. die Lust kennt eben keine Moral. (Freilich muss man sich zügeln, aber kein einziger Motorradfahrer sollte sich jemals als Apostel aufspielen! Wir haben alle unsere Momente. Motorrad fahren ist per se unvernünftig!)

Mir geht es also beim Motorradfahren um Kunst. Ich will eine Maschine haben, die einfach richtig aussieht und klingt. Und auch fährt. Und ich will richtig fahren können, die Performance muss rund sein. Wenns schnell ist und ich Bewunderung für ernte - cool, aber sehr nebensächlich. Will ich Leute beeindrucken? Falsches Hobby! Oder mindestens falsche Maschinenwahl. Mit ner Harley oder Superbikes hat man wenigstens eine Chance auf Bewunderung außerhalb der eigenen Kreise..

... und wenn Jemand das Wort "Vernunft" im Kontext mit Motorrädern oder dem Fahren verwendet, stellts mir die Nackenhaare auf =O

Zeit für ein Jahresfazit? Ich zitier mich mal selber

Was will ich 2018 fahren?

1000er Supersport oder Superbike -> Cheeeeck. Sogar zwei der krassesten Gangart. Aber ich mach mir nicht mal so extrem viel aus Leistung im Überfluss und extremer Stabilität.. nicht meine Kunstart.

Einen großen Zweizylinder -> Uncheck. Stört mich nicht wirklich.

Einen großen Einzylinder -> Uncheck. Stört mich auch nicht.

Und natürlich meine Streety ^^ -> Absoluter Check. Habe die Maschine ausgiebig gefahren, die Ergonomie perfektioniert, die Maschine 150m die Piste runtergeschossen und wieder gerichtet / richten lassen. Über den Winter wird noch die Optik vervollständigt - habe Rundscheinwerfer und Jaguar Green da

Während der Zeit mit dem Leistungskomplex hatte ich mir übrigens gedanklich schon eine GSX-S 1000F innerlich für meine Zwecke aufgebaut. Heck geändert, schöner Auspuff, ... aber ich will mich auf eine Maschine und die Performance konzentrieren. Fragt sich halt, ob mein Fahrprofil überhaupt noch die sinnvolle Nutzung eines einzelnen Mopeds zulässt. Schon mit Semislicks könnte ich nicht sinnvoll Touren fahren..X/ und ob ich Bock hab die ganze Zeit Felgensätze zu wechseln und am Fahrwerk zu drehen? Vllt dann doch ne Rennesse? Naja, der Winter ist lang, andere Performances sind schon eingereiht..

Was will ich 2019 fahren?

Nur meine Streety. Die übrigens bis auf den Lenkanschlag fertig repariert ist.. falls ich mal ne Leihmaschine krieg, sag ich nicht nein. Aber akut brauch ich derzeit nichts..

27. Honda Transalp XL 600 V PD 06

Die Maschine lief auf Heidenau Grobstollenreifen und wurde Anfang des Jahres generalüberholt nach 4 Jahren Standzeit. Im Nachhinein erinnert mich die Sitzposition ziemlich an die F700 GS, was angesichts der gleichen Konzeption nicht verwundert. Was aber dramatisch anders ist waren aber die Bremsen und die Kupplung. Für das Vorderrad habe ich recht zügig ein Gefühl entwickelt, aber für die Bremsen nicht. Anfangs haben die gefühlt gar nicht verzögert, hab dann bei der nächsten Kurve mal so fest und lang gezogen wie es ging. Ergebnis war eine mäßige Verzögerung und ein quietschender Reifen. Die Kupplung hat genau wie die Bremse einen eeeeewigen Schleifweg, konnte nie so richtig differenzieren wann ich eingekuppelt hatte. Aber im Gegensatz zur F700 GS hört man den Motor und weiß daher, ob man abgewürgt hat. Aber ist eh nicht passiert, da die Getriebeabstufung vernünftig ist (im Gegensatz zur F700 GS).

Man kann also sagen, dass die Maschine sich komplett anders fährt als ein modernes Naked Bike oder gar ein Streetfighter. Aber dennoch scheint es gut zu klappen, mein Kumpel verliert auf mich nicht mal viel Zeit.. weder auf den Pässen noch im Centovalli. Nicht schlecht für 400 Franken und ein paar Teile! Habe ihm empfohlen, noch die Sitzbank aufzupolstern, andere Lenker zu probieren und Stahlflexleitungen einzubauen (er fährt noch mit den Originalleitungen!! Die sind so alt wie wir!!)

28. 7. Update Streety

Habe ja die Streety wie auf dieser Seite geschrieben mit viel Anlauf ins Kiesbett gekegelt. War noch fahrfähig...! Hab daheim folgende Dinge gewechselt: Heckverkleidung, ein Teil der Soziusfußrastenanlage, Blinker, LiMa-Schutzdeckel, Lenker, Griffgummi, Teile des Schalthebels. Insgesamt ein Schaden von etwa 500€.. der Werkstattmeister und ich waren schon ziemlich fasziniert! Bis auf den Lenkanschlag, 3 Dellen im Tank und ein paar Kratzer wieder Alles tiptop. Hab gleich den 30000er gemacht. Den wollte ich eh machen, da das Öl (Castrol 10W40) vorzeitig fertig war und der Kühlerdeckel defekt war (hat ab und zu bei Hitze aufgemacht). Die Sache mit dem Kühlerdeckel musste ich leider selber zahlen (kleiner Betrag), das der Meister auf Nachfrage von Triumph gemeldet hatte, dass die Maschine auf der Renne genutzt wurde. Zum Glück hab ich seit 3 Tagen keine Werks-, sondern Anschlussgarantie. Laut Aussage des Meisters stellen die sich bei Weitem nicht so an wie Triumph, sodass wir in Zukunft 5W50 nutzen können und wirklich erst bei 40000km kommen soll (30000er wurde bei 26000 gemacht).

Über den Winter habe ich Einiges vor.. Wechsel von der unteren Gabelbrücke (wegen Lenkanschlag), neues Federgabel/-beinöl, Scheinwerfertausch, Rehoiler, Schaltumkehr. Die Maschine lässt wirklich wenig Wünsche offen..

29. 8. Update Streety

Bald 28000km in 25 Monaten.. nicht grad wenig. Ob das mit den alten Triumphs geklappt hätte? Die haben ja angeblich schon im Verkaufsraum gegatzt (gesabbert für unsere Nichtfranken). Aber es zeigt sich eben doch, dass die Streety ne Britin und keine ausgewachsene Japanerin ist. Während bei Gernots Z1000SX nach 42000km das Ventilspiel noch im Lot ist (!) und sich ähnliche Qualität bei den meisten hochpreisigen Japanern findet, nervt mich meine Streety zur Zeit etwas. Dieses Mal ist es die Tank- und Reichweitenanzeige. Mal funktioniert sie, mal funktioniert sie nicht. Auch der Anlasser ist etwas unterdimensioniert - wenn die Maschine 3-5 Minuten lang warm stand, sorgt die heiße Luft im Ansaugtrakt dafür, dass sie erst beim zweiten Mal anspringen möchte.

Ich flirte aus Langeweile wieder mit dem Gedanken mir 1-2 neue Motorräder zuzulegen. Ich versuch ja nach Möglichkeit, alle Bedürfnisse mit so wenig Gegenständen abzudecken wie nur möglich. Aber ich fürchte, ich bin in ner Sackgasse - mit Alltagsbereifung komm ich auf der Streety auf der Renne nicht mehr zurande und es ist schon geil, einfach mal mit dem Moped auf Tour oder in meiner zugeparkten Stadt einkaufen gehen zu können. Semislicks sind auch kein echter Kompromiss - zumindest sind sie nichts für Touren. Also was machen? Streety als reine Straßenmaschine nutzen und Rennesse (RC 390 R? R6? Streety RS? Fireblade SC57/59? RSV4?) kaufen? Streety zur Rennesse machen und für Alles andere nen Sporttourer (GSX-S 1000F) kaufen? Fragen über Fragen eines couchlägrigen, studien-, krankheits- und wetterbedingt an den Computer gefesselten Studenten. Naja, hab ja eh viel Zeit und werd mich die nächsten Monate eher anderen Untersätzen (Jimny und Ski) sowie den genannten Umbauvorhaben widmen.

30. VTR1000F

Bin zu diesem Motorrad gekommen wie die Jungfrau Maria zum Kind. Habe immer wieder gesagt, dass ich im Herzen Sporttourer bin, da ich auf der ER-6f groß gewachsen bin. Ich bin kein Motorradrassist, aber Naked Bikes und Supersportler haben schon ihre spürbaren Nachteile. Jedenfalls habe ich zufällig diese Maschine im Sommer das erste Mal bewusst bemerkt und irgendwie war sie schon cool... sieht gut aus, cooler Sound und halt Hondaqualität. Als mein Kumpel auf der Suche nach nem neuen, günstigen Bock war, hab ich ihm die SC36 empfohlen. Hab da erst bemerkt, wie günstig so ein Teil ist. Und da ich schon lang mal nen dicken V2 fahren und ein gebrauchtes Motorrad geil sanieren wollte hab ich immer wieder recherchiert. Bis dann in meiner Gegend eine SC36 mit viel Zubehör für 2150€ in Ebay Kleinanzeigen angeboten war. Bin bei der erstbesten Gelegenheit hin und bin die Maschine Probe gefahren. Ok, der Bock hat nen Choke? Springt aber gleich an. Klingt geil (Leovince SBK ohne Innenleben). Stadtverkehr dank vernünftiger Motorcharakteristik und Kupplung kein Problem. Rauf auf die Landstraße - ok, undefinierte Bremsen trotz Stahlflex und leicht eieriges Fahrwerk. Hat halt schon 59000km.. aber der Sound und Sitzhaltung haben bei mir ein breites Grinsen erzeugt also gut, Kiste ist gekauft und gerade in der Wartung. Habe das hier genauer erläutert.

Erneuerte Jahresplanung für 2019:
Die Streety wird als straßentaugliche Rennesse ausgelegt. Soll heißen: Hypersportreifen, alle möglichen Powerparts und Straßenbetrieb nur noch zu Wartungszwecken.

Die VTR möchte ich als klassischen Sporttourer aufbauen. Also eine zuverlässige, bequeme und wartungsarme, aber auch coole, spaßige und flotte Begleiterin für den Alltag und Touren. Aus meiner Heizerphase bin ich raus, aber ein paar GS und Bücklinge ärgern geht immer
Hellrider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24-01-2019, 13:43   #7
zxr750
 
Benutzerbild von zxr750
 
Registriert seit: Mar 2018
Ort: Obertshausen MT-09 Tracer, FZS 1000, VTR 1000F, GSR 600
Schön zu lesende Berichte


Dann teste mal fleissig weiter und halte uns auf dem Laufenden.


Verschiedene Mopeds zu fahren erweitert auf jeden Fall den Moped Horizont.


Gruß,
TD
zxr750 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-01-2019, 14:45   #8
eilig
 
Benutzerbild von eilig
 
Registriert seit: Oct 2002
Ort: Münster Sp1 powered by JS.
An das Fahrschulmottorad worauf Ich Führerschein bei Fredewes in Sendenhorst kann Ich mich nicht mehr erinnern.Könnte eine 250 iger Suzuki gewesen sein.Bin vorher auch einiges schwarz gefahren.Klasse 4 Kreidler und sowas.
Erstes Motorrad war eine Honda XL 500 womit Ich sogar ins alte Berlin gefahren bin als es die DDR noch gab.
zweites Motorrad war eine Yamaha XT 600 die brauchte man nicht mehr ankicken.
Dann als drittes Motorrad wieder eine XT 600 die ich von Egu hab tunen lassen.
Danach dann wollte Ich was grosses und habe mir eine Yamaha Xs 1100 geholt.
Die fand Ich damals auch nicht schlecht.
Danach dann wieder eine Xt 600.Die Tenere fand Ich auch nicht schlecht.
Zu der Zeit als Ich in Telgte zwar wohnte hab Ich aber gebastelt in einer gemieteten Halle in Sendenhorst an der Hard bei Overhage.
Danach dann eine Honda CB1000.Die hatte Ich aber nicht lange.
Vorher hatte Ich noch von Brune eine Bmw K100 RS.Bei der habe Ich das Fahrwerk umgebaut irgendeine italienische Gabel von Brune und ein Öhlins Federbein.Topham der da noch bei Brune arbeitete hat mir das eingestellt.
Fuhr top.
Danach gab es dann eine TriumphSpeed Tripel eine normale weil es noch keine R gab.
Dann als sie rauskam bin Ich nach Bayern gefahren und habe mir eine R geholt.
Zwischendurch habe Ich mit/bei Jörg Schmidt eine Renn Sp aufgebaut.
Motor was gemacht,Elektrik geändertund Fahrwerk,Marchesini Räder usw..Die war wirklich top.Habe Ich leider viel zu billig an Mario Hirsch verkauft.
Denke das war ein Fehler.Das Geld wäre in Einzelteilen auch drin gewesen. Von Jörg Schmidt leider nach dem Unfall nichts mehr gehört dabei ist Halle auch nicht so weit weg.Egal. Es ist wie es ist.
Wenn Ich wieder Führerscheín habe werde Ich mir eine SpeedTripel Rs holen.
Mal sehen wie das ist.Jedenfalls kein Fahrrad fahren.Ansonsten habe Ich ja noch genug. Bin gespannt wann der Dreier meine Sv1000 mit den neuen Armaturen fertig hat.
Schrauben kann Ich zwar noch brauch aber teilweise Hilfe.
__________________
rust never sleep
eilig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-01-2019, 17:36   #9
jensemann
 
Benutzerbild von jensemann
 
Registriert seit: Apr 2003
Ort: MKK , tuono 1100 Factory +ktm690 Duke 5+ Beta Evo 200
Der Mario war doch aber eindankbarer, glücklicher Abnehmer :-)
__________________
Gruß jensemann


GODZILLA
jensemann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-01-2019, 19:35   #10
Prince911
Kännchen-Prinz
 
Benutzerbild von Prince911
 
Registriert seit: Jul 2007
Ort: OWL / CB 1000 R & CBR 900 RR Fireblade
Zitat:
Zitat von jensemann Beitrag anzeigen
Der Mario war doch aber eindankbarer, glücklicher Abnehmer :-)
...ja, und ist sehr glücklich damit.

Ist doch auch gut, wenn man weiss, dass die SP in guten Händen ist und artgerecht bewegt wird, Jörg.
__________________

R.I.P. Loki


Du gehörtest zu den Besten und bist nur vorgegangen !
Wir sehen uns !

Prince911 ist offline   Mit Zitat antworten
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